Test identifiziert Bakterien und passende Antibiotika
Baku, den 4. April (AZERTAG). Die aufwändige Identifizierung eines Bakteriums könnte bald schneller gehen. Forscher haben eine neue Testmöglichkeit gefunden. Obendrein könnte gleich noch ein Gegenmittel vorgeschlagen werden.
Viele Bakterien werden zunehmend resistent gegen Antibiotika. Gleichzeitig dauert es bei manchen Infektionen lange, bis die auslösenden Keime identifiziert und die entsprechenden Antibiotika dagegen ausgewählt sind. Ein bislang noch experimenteller Test der Erbsubstanz RNA aus infizierten Patienten könnte diese Diagnostik eines Tages verbessern. US-Forscher stellen das Prinzip einer solchen Methode in den “Proceedings” der US-Akademie der Wissenschaften (“PNAS”) vor.
Die RNA ist eine Abschrift der Gene. Diese liegen in Form von DNAim Zellkern - und dort bleiben sie auch. Nur die RNA-Kopie verlässt den Zellkern und dient dann als Vorlage für die Produktion von Eiweißen. Es gibt zahlreiche kommerziell erhältliche Nachweismethoden für RNA-Moleküle. Sie kommen beispielsweise im Blut und Urin vor und werden in der Forschung unter anderem zur Suche nach Krebs verwendet. In solchen Proben finden sich RNA-Moleküle vom Patienten und oft auch von den in ihm lebenden Krankheitserregern - darunter Viren, Bakterien oder Pilze.
Moleküle aus Urinproben- Das Team um Deborah Hung vom Massachusetts General Hospital in Boston isolierte nun unter anderem aus Urinproben von Patienten RNA-Moleküle. Dies ist mit kommerziellen Verfahren leicht möglich.
Um herauszufinden, ob und welche RNA aus Krankheitserregern darunter ist, gibt es ein ebenfalls ein erprobtes Verfahren: Kleine RNA-Bausteine bekannter Sequenz, die sich gezielt an bekannte Abschnitte von RNA-Molekülen aus den Krankheitserregern anlagern.
Wenn diese sogenannten Sonden an einer RNA hängen bleiben, ist diese identifiziert. Sonden gibt es für viele verschiedene Keime - und wenn man deren Erbsubstanz kennt, lassen sich auch leicht neue Sonden herstellen.