Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Thailand stiftet Verwirrung bei Artenschutz-Treffen

Baku, den 4. März (AZERTAG). Afrikanische Elefanten haben kaum Feinde, abgesehen vom Menschen. Zu den größten Bedrohungen der Dickhäuter gehören die Zerstörung ihrer Lebensräume und zunehmend auch die Wilderei. Die Preise für Elfenbein sind in den vergangenen Jahren geradezu explodiert. Die Folge: Allein 2012 wurden Schätzungen zufolge rund 12.000 Elefanten in Afrika abgeschlachtet und ihre Stoßzähne über die Grenzen geschmuggelt - hauptsächlich nach Asien.

Thailand gilt als Drehscheibe des internationalen Elfenbeinhandels, denn dort ist der Handel mit heimischem Elfenbein erlaubt. Eingeschmuggeltes Rohmaterial wird als thailändisches ausgegeben, verarbeitet und dann legal weiterverkauft, vor allem nach China. Dem will die thailändische Regierung nun offenbar einen Riegel vorschieben, stiftete mit widersprüchlichen Ankündigungen allerdings Verwirrung.

Premierministerin Yingluck Shinawatra stellte zum Auftakt der Cites-Artenschutzkonferenz in Bangkok am Sonntag zunächst ein Verbot des Elfenbeinhandels in Aussicht. Man werde daran arbeiten, „die nationalen Gesetze mit dem Ziel zu ändern, dem Elfenbeinhandel ein Ende zu setzen“, sagte Yingluck in ihrer Eröffnungsrede.

Ihr Umweltminister betonte später jedoch, man wolle den Handel mit legalem heimischem Elfenbein nicht generell verbieten. Die Regierung plane vielmehr, alle Elefanten und Händler zu registrieren. Die rund 4000 Zuchttiere sollen fotografiert und ihre DNA festgestellt werden, sagte Rohstoff- und Umweltminister Preecha Rengsom-Boonsuk vor der Presse. Dann lasse sich bei jedem Elfenbeinprodukt prüfen, ob es tatsächlich aus heimischen Beständen stamme.

Rund 2000 Delegierte der 178 Unterzeichnerstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens (Cites) beraten in Bangkok bis zum 14. März, welche Tiere und Pflanzen besser geschützt werden sollen und bei welchen das Handelsverbot gelockert werden kann. 35.000 Arten unterliegen derzeit Handelsbeschränkungen. Bei drei Prozent davon ist der Handel völlig verboten. Dazu gehören Tiger, Nashorn und Orchideenarten. Deutschland setzt sich dafür ein, dass der Handel mit bestimmten Haien und Mantarochen reguliert wird.

Menschenaffen-Handel stark gestiegen - Mitarbeiter des Uno-Umweltprogramms (Unep) warnten zudem vor einem starken Anstieg des illegalen Handels mit Menschenaffen. Mehr als 22.000 Tiere seien seit 2005 von Wilderern aus Wäldern in Afrika und Asien gestohlen worden. 64 Prozent waren Schimpansen, heißt es in dem Bericht, den die Unep am Montag in Bangkok vorlegte. Danach fallen dem illegalen Handel jedes Jahr rund 3000 Menschenaffen zum Opfer.

Unep und die Mitgliedsländer der „Great Apes Survival Partnership“ (Grasp) haben zwischen 2005 und 2011 fast 2000 Fälle von Menschenaffen-Wilderei dokumentiert. „Das ist nur die Spitze des Eisbergs“, heißt es in dem Bericht. „Das Ausmaß der Wilderei zeigt, dass die internationale Gemeinschaft und Organisationen, die gefährdete Arten schützen, auf der Hut sein müssen, um denen, die von diesen illegalen Aktivitäten profitieren, einen Schritt voraus zu sein“, sagte Unep-Exekutivdirektor Achim Steiner.

Die Menschenaffen stehen im Washingtoner Artenschutzabkommen (Cites) im Anhang I. Damit ist jeglicher Handel verboten. Dennoch werden die Tiere dem Bericht zufolge von zwielichtigen Zoos und Touristenveranstaltern gekauft. An Mittelmeerstränden werden sie demnach für Fotos mit Touristen benutzt, in asiatischen Safariparks treten sie beim Schauboxen an. Neureiche schmückten sich gerne mit exotischen Haustieren. Seit 2007 seien allein aus Guinea 130 Schimpansen und zehn Gorillas mit falschen Papieren nach Asien geschafft worden. 2006 habe ein Safaripark in Thailand eingeräumt, dass er auf Borneo und Sumatra 54 Orang-Utans gekauft hat.

„Menschenaffen sind wichtig für die Gesundheit der Wälder“, sagte Grasp-Koordinator Doug Cress. „Wenn nur 10 oder 20 Tiere aus einem Gebiet gestohlen werden, hat das riesige Auswirkungen auf die Artenvielfalt.“ Die Ermittler haben es laut dem Bericht immer öfter mit organisierten Verbrecherbanden zu tun, die auch Waffen und Drogen schmuggeln und Geld in großem Stil waschen. In Kamerun wurde ein lebender Schimpanse eingequetscht in einer Ladung zwischen Marihuana-Säcken entdeckt.

Die Banden seien raffiniert, heißt es in dem Bericht weiter. Nur 27 Verdächtige wurden zwischen 2005 und 2011 in Afrika und Asien festgenommen. Die Gewinnspannen der Mittelsmänner lägen bei bis zu 400 Prozent. Orang-Utans brächten 1000, Gorillas 400.000 Dollar ein.

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