Türkischer Experte: Sangesur-Korridor als starker Impuls für Integration
Ankara, 3. Januar, Ramin Abdullayev, AZERTAC
Der stellvertretende Vorsitzende der in Ankara ansässigen Gesellschaft für Diplomatische Studien (UDİAD), Mehmet Gökhan Özçubukçu, erklärte, der Sangesur-Korridor werde zu einem starken Impuls für die wirtschaftliche Integration und zu einem wichtigen Faktor für die Festigung des Friedens im Südkaukasus. Die Verkehrsverbindung zwischen den westlichen Regionen Aserbaidschans und der Autonomen Republik Nachitschewan entwickle sich bereits jetzt zu einer der geopolitischen Hauptachsen der künftigen regionalen Entwicklung.
Nach Ansicht des türkischen Experten werde das Schicksal des Südkaukasus durch strategische Entscheidungen bestimmt, die unter Berücksichtigung der Inbetriebnahme des Sangesur-Korridors getroffen werden. Der Korridor sei weit mehr als ein Infrastrukturprojekt und verändere die geopolitische Landkarte der Region nachhaltig. Er ermögliche die Entstehung eines neuen Beziehungs- und Kooperationssystems von der Türkei bis nach Zentralasien, das durch den nach dem 44-tägigen Krieg entstandenen neuen Status quo begünstigt worden sei.
Özçubukçu betonte zudem die besondere Bedeutung des Sangesur-Korridors für die Annäherung zwischen der Türkei und Aserbaidschan sowie für die gesamte türkische Welt. Aus türkischer Perspektive sei der Korridor ein zentraler Bestandteil der eurasischen Strategie Ankaras und werde die Türkei von einem indirekt wirkenden Akteur zu einem aktiven geopolitischen Gestalter machen.