Um 20.40 Uhr taucht 2012 DA14 im Sternbild Jungfrau auf
Baku, den 15. Februar (AZERTAG). Der Asteroid 2012 DA14 rast heute so nahe an der Erde vorbei wie kein vorhergesagter Himmelskörper je zuvor. Mit Fernglas ist das Geschoss auch über Deutschland zu sehen - wenn das Wetter mitspielt.
Ein 65 Meter breiter Asteroid wird am Freitagabend an unserem Planeten vorbeischrammen. Um 20.25 Uhr werden ihn nur noch etwa 27.800 Kilometer von der Erdoberfläche trennen - der Mond ist rund 15 Mal weiter entfernt. Die Nasa begleitet auf ihrer Website live mit Videoübertragungen das Ereignis.
Bei klarem Himmel wird der Asteroid 2012 DA14 in Deutschland mit einem guten Fernglas oder Teleskop zu sehen sein. Vorausgesetzt der Himmel ist wolkenfrei.
Gegen 20.40 Uhr werde 2012 DA14 am östlichen Horizont im Sternbild Jungfrau aufgehen und Richtung Norden ziehen, erläuterte Gerhard Drolshagen von der Europäischen Weltraumorganisation Esa.
Um 21.00 Uhr werde der Asteroid das Sternbild Löwe passieren und gegen 22.30 Uhr den Großen Wagen erreichen. Am frühen Morgen befinde sich der Asteroid 2012 DA14 in der Nähe des Polarsterns.
„Am besten sichtbar ist er mit einem guten Feldstecher zwischen 21.00 und 22.00 Uhr“, sagte Drolshagen. Später sei schon ein kleines Teleskop nötig. 2012 DA14 werde sich als heller Lichtpunkt zeigen und relativ schnell wandern - „für einen Monddurchmesser braucht er etwa eine Minute.“
Asteroid entfernt sich schnell von der Erde - Da der Asteroid sich recht schnell von der Erde entferne, erscheine seine Geschwindigkeit später etwas langsamer. Aufgrund seiner Bewegung sei er mit einem Feldstecher in jedem Fall schwer zu finden. „Man wird ohnehin nicht so viel sehen, höchstens ein helles Pünktchen.“
Nach Berechnungen der Nasa hat der Asteroid einen Durchmesser von mindestens 45 Metern und hat eine Masse von rund 130.000 Tonnen. „Ganz genau weiß man letzteres aber nicht, da die Dichte nicht bekannt ist“, erläuterte Drolshagen.
Doch auch wenn das Fernglas bereitliegt. Die Wetteraussichten für den Freitagabend sind eher schlecht. „Im Osten gibt es eine kleine Chance auf ein paar Wolkenlücken“, sagte Meteorologe Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Über dem Rest des Landes werde eine dichte Wolkendecke liegen, aus der es ein wenig schneien und im Westen und Nordwesten auch regnen könne.
Das erste Bild des Asteroiden im Anflug habe schon ein Experte in Australien geschossen, sagte Drolshagen. Der Asteroid komme von Süden auf die Erde zu und sei zunächst nur auf der Südhalbkugel zu sehen.
Spanische Astronomen von einem Observatorium bei Granada hatten den Asteroiden am 22. Februar 2012 im Rahmen des Esa-Space Situational Awareness Programms entdeckt. Da er relativ klein ist, war er nach Esa-Angaben erst gesichtet worden, als er bereits an der Erde vorbeigeflogen war.