US-Börsenaufsicht nimmt Groupon ins Visier
Baku, den 3. April (AZERTAG). Ein Zahlen-Wirrwarr beim Schnäppchendienst Groupon alarmiert die US-Finanzaufsicht SEC. Sie untersucht, warum der Börsenneuling seine Quartalsbilanz nachträglich nach unten korrigieren musste. Experten zweifeln bereits am Geschäftsmodell des einst gefeierten Portals.
Schon beim Börsengang im November war der große Hype für Groupon vorbei. Pannen und Zweifel am Geschäftsmodell des Rabattportals hatten vor dem Handelsstart für Verzögerungen und Unsicherheit gesorgt. Der Börsengang verlief dann zwar glimpflich, doch die Bewährungsprobe hat Groupon noch nicht überstanden. Denn nun nimmt die US-Börsenaufsicht SEC die Firma unter die Lupe.
Die Kontrolleure überprüfen die jüngste Bilanzkorrektur des Unternehmens, berichtete das „Wall Street Journal“ („WSJ“) unter Berufung auf eine mit den Vorgängen vertraute Person. Die Prüfung sei noch in einem frühen Stadium. Ob eine formelle Untersuchung eingeleitet werde, stehe noch nicht fest. Weder die SEC noch Groupon wollten sich zu dem Bericht äußern.
Das 2008 gegründete Unternehmen war bis vor wenigen Monaten ein Hoffnungsträger der Tech-Branche. Bei Groupon können Unternehmen Rabatt-Coupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Die Website selbst behält ein Entgelt, typischerweise rund die Hälfte des Gutschein-Werts.
Die aktuellen Unregelmäßigkeiten machen Anleger misstrauisch. Bereits am Montag war die Groupon-Aktie um 17 Prozent abgesackt. Mit etwas mehr als 15 Dollar notiert das Papier deutlich unter dem Ausgabepreis von 20 Dollar beim Börsengang im November.