US-Unternehmer düngt Ozean auf eigene Faust
Baku, den 19.Oktober (AZERTAG). Ein US-Geschäftsmann hat 100 Tonnen Eisenpartikel in den Pazifik kippen lassen und das Algenwachstum großflächig angekurbelt. Wissenschaftler und Umweltschützer sind entsetzt - sie fürchten, dass reiche Privatleute versuchen könnten, auf eigene Faust das Klima zu retten.
Die Menschheit bekommt ihren Treibhausgas-Ausstoß nicht in den Griff - darauf deutet alles hin. Was also tun, um gravierende Klimafolgen zu verhindern? Eine Möglichkeit wäre, die Temperatur durch Eingriffe in die Umwelt zu senken. Doch das sogenannte Geo-Engineering ist heftig umstritten. Selbst streng kontrollierte Experimente haben zuletzt enorme Kontroversen ausgelöst.
Forscher und Umweltschützer fürchten, dass demnächst auch kleine Staaten oder reiche Privatleute auf eigene Faust versuchen könnten, die Umwelt zu beeinflussen. Und genau das ist jetzt geschehen. Der amerikanische Unternehmer Russ George hat im Juli rund 500 Kilometer vor der Westküste Kanadas 100 Tonnen Eisenpartikel im Meer versenkt.
Dem britischen „Guardian“ erklärte George, die Haida - eine Ureinwohner-Gemeinschaft auf der kanadischen Insel Haida Gwaii - hätten ihn für die Aktion bezahlt, um die sinkenden lokalen Lachsbestände zu stärken. Dafür soll der Rat einer der beiden Haida-Gruppen der Insel eine Million Dollar gezahlt haben. Die „New York Times“ berichtet sogar von einer Summe von 2,5 Millionen Dollar.
Die Eisendüngung des Ozeans wurde bisher vor allem im Zusammenhang mit Geo-Engineering bekannt. Die Theorie dahinter: Die Eisenpartikel steigern die Vermehrung von Algen, die an der Wasseroberfläche große Mengen an Kohlendioxid aufnehmen. Sterben die Organismen ab, nehmen sie das CO2 mit sich auf den Meeresboden, wo es für lange Zeit gespeichert bleibt.