Waldbrände in Griechenland: 18 Leichen entdeckt
Baku, 22. August, AZERTAC
Im Waldbrandgebiet im Nordosten Griechenlands sind 18 Leichen entdeckt worden. Da niemand vermisst werde, gehe man davon aus, dass es sich um Migranten handele, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die verbrannten Leichen wurden demnach in einer Hütte am Rande des Waldes im Nationalpark Dadia nahe der Grenze. In der Region war zuvor bereits die Leiche eines weiteren Mannes gefunden worden. Zusammen mit einem Schäfer, der am Montag ums Leben gekommen war, stieg die Zahl der Toten auf 20.
Waldbrände gibt es derzeit in unterschiedlichen Teilen Griechenlands. Mindestens fünf Großfeuer sind nach Angaben der Feuerwehr nicht unter Kontrolle. Mehrere europäische Staaten haben ihre Hilfe angekündigt.
Wie die Brände ausgelöst wurden, ist derweil unklar. Dass im Nationalpark Dadia laut der Feuerwehr binnen zwei Stunden zwölf Brandherde ausbrachen, gilt als Indiz für Brandstiftung. Die Täter in den unzugänglichen Waldgebieten zu ermitteln, gilt als unwahrscheinlich.
Der Klimaforscher Latif hält die Waldbrände in vielen Ländern der Welt für ein Symptom des Klimawandels. Dass selbst in Deutschland Feuer außer Kontrolle gerieten, sei „eine völlig neue Dimension“, sagte Latif im Deutschlandfunk. Die Welt heize sich immer stärker auf, und es gebe mehr Dürreperioden, erklärte Latif, der unter anderem an der Universität Kiel lehrt. Das führe zu mehr Bränden, die zunehmend außer Kontrolle gerieten. Nach den Worten von Latif hat es das in diesem Ausmaß in der Vergangenheit nicht gegeben. Das sagten ihm auch immer wieder Feuerwehrleute.
Der Klimaforscher nannte zwei Risiko-Faktoren für Waldbrände: Erstens gebe es durch den weltweiten Temperaturanstieg immer häufiger längere heiße Phasen. Zweitens trockneten die Böden immer schneller aus, weil in bestimmten Regionen wenig oder gar kein Regen mehr falle.