Waldstrategie der Weltbank weitgehend nutzlos
Baku, den 1. Februar (AZERTAG). Es klang so schön, als die Weltbank vor zehn Jahren ihr Programm zum Schutz der Wälder in Entwicklungsländern reformierte. Ein bisschen Rodung sollte erlaubt sein, um mit den Gewinnen das Leben der Bewohner zu verbessern. Jetzt kommen Experten aus dem eigenen Haus zu einem verheerenden Urteil.
Die gutgemeinte Waldstrategie der Weltbank ist in der Realität weitgehend gescheitert. Eine Evaluierungskommission der Organisation stellt in einem 170-seitigen Gutachten fest, dass bei drei Vierteln der untersuchten Projekte in Lateinamerika, Afrika und Asien die ökologische Nachhaltigkeit „gefährdet“ sei.
Auch das Ziel, mit kontrollierter Ausbeutung der Wälder wenigstens die Armut der Bewohner in den jeweiligen Gebieten zu lindern, wurde dem Bericht zufolge verfehlt. Nur in zwei von 37 untersuchten Waldschutzgebieten sei es gelungen, den Menschen einen neuen Lebensunterhalt zu schaffen. Als einen Grund nennen die Weltbank-Experten, dass meistens nur Regierungen und Unternehmen an den Projekten beteiligt würden.
Natur und Klima retten und zugleich Millionen von Menschen ein Auskommen schaffen - mit der kontrollierten Bewirtschaftung der globalen Wälder geht die Weltbank seit zehn Jahren neue Wege in der Entwicklungshilfe. Sie hat dafür über vier Milliarden Dollar ausgegeben. Das Verbot industrieller Rodung der bedrohten Regenwälder wurde zum Beispiel gelockert, um die Wirtschaftlichkeit der Projekte zu sichern, die von der Weltbank gefördert werden.
Entwicklungsminister Dirk Niebel unterstützt diesen Weg - und zwar nicht nur als Vertreter eines der größten Anteilseigner der Weltbank. Der FDP-Politiker hat soeben mit Partnerländern weitere 180 Millionen Dollar lockergemacht, „um Länder zu ermutigen, die den großen Beitrag der Wälder für nachhaltige Entwicklung, Biodiversität und Klimaschutz erkennen“.
Korinna Horta von der deutschen Entwicklungsorganisation „Urgewald“ fordert angesichts des Weltbank-Gutachtens einen neuen Ansatz für die Waldstrategie. Dieser solle die Bewohner besser beteiligen und „die Ursachen der Entwaldung, einschließlich der Korruption“, aktiv bekämpfen.