WHO meldet 71 Prozent mehr Cholera-Tote
Baku, 5. September, AZERTAC
Mehr als 4000 Menschen sind im vergangenen Jahr weltweit an Cholera gestorben. Deutlich mehr als 2022, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet. Die Zahl der tödlichen Verläufe ist demnach um 71 Prozent gestiegen. Insgesamt zählte die Organisation 535.321 gemeldete Krankheitsfälle. Mehr als ein Drittel der Betroffenen waren demnach Kinder unter fünf Jahren.
Nicht überall auf der Welt werden alle Fälle diagnostiziert und registriert. Die WHO geht deswegen davon aus, dass noch viel mehr Menschen an der vermeidbaren und behandelbaren Infektion erkrankt waren.
Bei Cholera handelt es sich um eine Durchfallerkrankung, bei der der Körper viel Flüssigkeit verliert. Das kann zu Nierenversagen und zum Tod führen. Menschen stecken sich meist durch Trinkwasser an, das mit Fäkalien oder Erbrochenem von erkrankten Personen verschmutzt ist, oder durch den Verzehr verunreinigter Lebensmittel.
In Afrika hat sich die Zahl der Fälle laut dem WHO-Bericht mehr als verdoppelt. In Asien und im Nahen Osten ging sie hingegen um rund ein Drittel zurück. Auch in diesem Jahr seien die Zahlen nach vorläufigen Meldungen hoch: Bislang seien 342.000 Krankheits- und 2400 Todesfälle gemeldet worden.
Impfstoff fehlt - Die Ursachen für die steigenden Zahlen sind vielfältig. Die WHO nennt Konflikte, Klimawandel, unzureichende Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Armut, Unterentwicklung und Naturkatastrophen.
Außerdem sei viel zu wenig Impfstoff vorhanden. Im vergangenen Jahr seien 36 Millionen Impfdosen produziert worden. Eigentlich hätten die Länder jedoch die doppelte Menge benötigt. Die Produktion werde daher mit allen Mitteln angekurbelt.