Wie China und Indien das Klima retten können
Baku, den 16. März (AZERTAG). Die globalen Klimaschutz-Verhandlungen sind festgefahren, der CO2-Ausstoß eilt von Rekord zu Rekord. Jetzt versprechen zwei indische Ökonomen Abhilfe. In einem Buch fordern sie, dass ausgerechnet Schwellenländer wie China und Indien die Führung beim Umweltschutz übernehmen.
Seit mehr als 20 Jahren verhandeln die Staaten miteinander, wie der Klimawandel bekämpft werden kann. Forscher haben eine klare, wenn auch teils umstrittene Vorgabe erteilt. Die Erwärmung der Atmosphäre muss auf zwei Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten begrenzt werden, ansonsten drohen verheerende Wetterextreme und enorme Kosten. Nach Angaben des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltfragen (WGBU), dem Beratergremium der Bundesregierung, dürfen zwischen den Jahren 2010 und 2050 noch maximal 750 Gigatonnen Kohlendioxid ausgestoßen werden.
Es gibt aber keinen genauen Fahrplan, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Im Kyoto-Protokoll haben sich lediglich die Industrieländer zu Senkungen ihres CO2-Ausstoßes verpflichtet. Die USA aber haben den Vertrag nie ratifiziert, und die Entwicklungs- und Schwellenländer lehnen auch in Zukunft verpflichtende CO2-Ziele vehement ab. Dabei hat China die USA längst als weltweit größten Treibhausgas-Emittenten abgelöst. Auch Staaten wie Indien, Brasilien und Indonesien tragen inzwischen bedeutend zum globalen Ausstoß bei.
Ausgerechnet diese Länder sollen den Kampf gegen den Klimawandel nun anführen, fordern die indischen Ökonomen Aaditya Mattoo und Arvind Subramanian in ihrem neuen Buch „Greenprint: A new Approach to Cooperation on Climate Change“. Sie versprechen ein neues Konzept für die Zusammenarbeit gegen den Klimawandel.
Mattoo leitet die Forschungsbereiche Handel und Integration bei der Weltbank, Subramanian forscht für verschiedene Einrichtungen und arbeitet unter anderem als Berater für die indische Regierung. Beachtlich ist, dass die Autoren von den aufstrebenden Staaten Zugeständnisse in Sachen Klimapolitik fordert - obwohl sie selbst aus einem Schwellenland stammen.