Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Wilderer scheffeln gewaltigen Profit

Baku, den 13. Dezember (AZERTAG). Holz aus den Tropen, Elfenbein aus Afrika und geschützte Tiere aus aller Welt. Der Handel mit illegalen Naturgütern boomt, wie ein WWF-Report belegt. Die Einnahmen investieren Kriminelle demnach vor allem in Waffen - und gefährden damit Wirtschaft und Sicherheit in armen Staaten.

2012 war ein schlechtes Jahr für viele bedrohte Tierarten: Die Zahl der Elefanten in Kenia hat laut einer Zählung dramatisch abgenommen. Nashörner werden von Wilderern inzwischen so erbarmungslos abgeschossen, dass Parkwächter den Tieren die Hörner absägen, um sie zu schützen. Doch die Ausrottung einzigartiger Tier- und Pflanzenarten - vor allem in Afrika und Asien - ist nur eine negative Folge der Wilderei. Eine vom WWF in Auftrag gegebene Studie kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass die Einnahmen aus dem illegalen Handel mit Elfenbein, seltenen Hölzern oder Fischen vor allem kriminellen Banden nutzen. Das wiederum trage dazu bei, ohnehin schon unsichere Staaten weiter zu destabilisieren.

Mit etwa 19 Milliarden Dollar (14,7 Milliarden Euro) gibt der WWF die jährlichen Einnahmen aus dem illegalen Handel mit geschützten Naturgütern an. Damit sei er das viertgrößte illegale Geschäftsfeld weltweit. Nur mit Betäubungsmitteln, Produkt- und Geldfälscherei sowie Menschenhandel würden noch mehr Profite gemacht.

„Offensichtlich verfehlen die derzeitigen Bemühungen, den illegalen Handel einzudämmen, ihre Wirkung“, schreibt die auf globale Entwicklung spezialisierte Beraterfirma Dalberg in dem Report. Die Berater kontaktierten 110 Regierungen und internationale Organisationen und führten detaillierte Interviews mit 22 Vertretern von Ministerien und Beobachtergruppen durch.

Welche Summen genau mit dem Verkauf bedrohter Tier- und Pflanzenarten umgesetzt werden, lässt sich jedoch nicht sicher sagen: „Es gibt viele Schätzungen, aber seriöse Zahlen zu den illegalen Geschäften sind nur selten zu finden“, schreibt Dalberg. So taxieren Experten die Einnahmen aus illegalem Fischhandel auf 4,2 Milliarden bis 9,5 Milliarden Dollar im Jahr. Der Wert für den illegalen Handel mit Wildtieren und geschützten Pflanzen - Fische und Holz ausgenommen - läge zwischen jährlich 7,8 und zehn Milliarden Dollar, der für den Holzhandel bei sieben Milliarden Dollar.

Illegaler Handel verstärkt Kriminalität und Instabilität-Die Untersuchung bestätigt, dass ein Großteil dieser Geschäfte über internationale Netzwerke abgewickelt wird. Demnach dienen die Einnahmen vor allem dem Kauf von Waffen, der Unterstützung kriegerischer Konflikte und des Terrorismus. Die Wilderei behindere auf diese Weise die soziale und ökonomische Entwicklung einzelner Staaten und wirke sich direkt auf die Rechtsstaatlichkeit sowie die nationale und internationale Sicherheit aus.

Der illegale Pflanzen- und Tierhandel sei in der Vergangenheit attraktiver geworden, heißt es in dem Report - denn verglichen mit anderen Verbrechen sei der Ertrag hoch und das Risiko, erwischt zu werden, gering. So liege der Preis für ein Kilogramm Nashorn-Horn inzwischen bei umgerechnet 46.000 Euro. Auch Elefanten seien begehrt: Im Jahr 2011 hätten Behörden Elfenbein von schätzungsweise 2500 Dickhäutern beschlagnahmt. Zudem würden jährlich etwa hundert Millionen Tonnen Fisch, 1,5 Millionen lebende Vögel und 440.000 Tonnen Pflanzen für die Herstellung alternativer Medizin illegal verkauft.

„Es sind oft die Ärmsten, die durch den illegalen Handel viel verlieren, während kriminelle Banden und korrupte Beamte profitieren“, sagt WWF-Generaldirektor Jim Leape. Der WWF fordert die Vereinten Nationen auf, den illegalen Handel und damit verbundene Korruption schärfer zu verfolgen.

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