Wirtschaftsminister Jabbarov: Nicht-Öl-Sektor wird zur tragenden Kraft der Wirtschaft
Baku, 11. Juni, AZERTAC
Der aserbaidschanische Wirtschaftsminister Mikayil Jabbarov sieht die Diversifizierung der Wirtschaft auf einem erfolgreichen Kurs. In einem gemeinsamen Interview mit dem Staatssender ITV und der Nachrichtenagentur AZERTAC erklärte er, dass der Nicht-Öl- und Gassektor inzwischen zur „führenden Kraft“ der Wirtschaft geworden sei.
Nach Angaben des Ministers entfielen 2025 bereits 71,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf den Nicht-Öl-Sektor. Vor 20 Jahren habe dieser Anteil noch bei weniger als 45 Prozent gelegen. Von 2021 bis 2025 sei der Bereich jährlich um durchschnittlich rund sechs Prozent gewachsen.
Für die ersten vier Monate des Jahres 2026 meldete Jabbarov einen Anstieg der Nicht-Öl-Exporte um mehr als 17 Prozent. Wachstum verzeichneten insbesondere die Bereiche Informationstechnologie und Kommunikation (+9 %), Nicht-Öl-Industrie (+7,8 %), Transport (+4,5 %) und Handel (+3,7 %).
Als strategische Zukunftsbranchen nannte der Minister die verarbeitende Industrie, den Bergbau, die Chemieindustrie, die Landwirtschaft, Logistik und Transport sowie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Zudem sollen neue Rechenzentren und KI-Projekte gemeinsam mit internationalen Technologiepartnern angekündigt werden.
Trotz rückläufiger Ölförderung sieht Jabbarov die Energiebranche weiterhin als wichtigen Pfeiler der Wirtschaft. Neue Öl- und Gasprojekte sowie Investitionen des staatlichen Energiekonzerns SOCAR im Ausland sollen langfristig zusätzliche Einnahmen sichern.
Mit Blick auf die Entwicklung der befreiten Gebiete in Garabagh und Ost-Sangesur verwies der Minister auf umfangreiche Infrastrukturinvestitionen, Industrieparks und Bergbauprojekte. Diese sollen die wirtschaftliche Rückkehr der Bevölkerung dauerhaft absichern.