1,5-Grad-Grenze bei Erderwärmung wird bereits 2030 erreicht
Baku, 31. Oktober, AZERTAC
Der Weltklimarat IPCC warnt davor, dass bei der globalen Erwärmung die angestrebte maximale Grenze von 1,5 Grad schon in wenigen Jahren überschritten wird.
Das geht aus einer Studie hervor, die in der Fachzeitschrift „Nature Climate Change“ veröffentlicht wurde.
Das Tempo und der Umfang der bisherigen Klimaschutz-Maßnahmen seien unzureichend, um den Klimawandel aufzuhalten. Laut Studie könnte nur durch eine tiefgreifende, schnelle und andauernde Verringerung der Emissionen die Erderwärmung noch gebremst werden. Erstmals gibt der Weltklimarat auch eine Vorgabe für 2035: Demnach sollte der Treibhausgas-Ausstoß um 65 Prozent gegenüber 2019 reduziert werden.
Nach Angaben der Gelehrten hat sich die Erde bereits um rund 1,1 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erwärmt. Um einen Klimawandel mit katastrophalen Folgen abzuwenden hatte die Weltgemeinschaft 2015 im Pariser Klimaabkommen festgelegt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf 1,5 Grad zu begrenzen.
Zu den größten Herausforderungen im Kampf gegen den Klimawandel zählt das Auseinanderfallen von Ursache und Wirkung. Die Klimafolgen jeder einzelnen Entscheidung - sei es die Wahl des Verkehrsmittels auf dem Weg zur Arbeit, das Konsumverhalten, oder der gewählte Wohnort - werden nie direkt sichtbar. Dabei führt die Summe all dieser jetzt weltweit getroffenen Entscheidungen zu einer Veränderung des Klimas von morgen.
Bereits heute hat sich die Erde merklich erwärmt, der Meeresspiegel ist gestiegen und das Arktiseis schmilzt. Weltweit geht Primärwald verloren und das verbleibende CO₂-Budget bis zur Erwärmung um 1,5 Grad schwindet, während der Ökostromanteil wenigstens bereits andeutet, wie der Wandel zu einer nachhaltigeren Lebensweise aussehen könnte.