2,4 Millionen Kenianer sind derzeit vom Hungertod edroht
Baku, den 13. August (AZERTAG). Unter Berufung auf ausländische Massenmedien teilt AZERTAG mit, dass 2,4 Millionen Kenianer derzeit vom Hungertod bedroht seien. Im September sollen es schon 3,5 Millionen sein, so die neueste Prognose. Die Vereinten Nationen und am Horn von Afrika tätige Hilfsorganisationen sind sich sicher: Der Höhepunkt der Hungersnot ist noch nicht erreicht.
In ihrer Verzweiflung seien Eltern zu drastischen Schritten bereit. Regina Echwa ist eine jener Frauen, die ihren Stolz demonstrativ nach außen trägt. Vielleicht sticht sie deshalb so deutlich aus der Menge von Turkana-Frauen und -Kindern heraus, die sich an diesem Morgen vor dem kleinen Gesundheitszentrum in dem Dorf Loturerei im Nordwesten Kenias versammeln.
„Ich bin siebzig Jahre alt“, sagt sie aufgeregt und wirft ihre von faltiger Haut überzogenen Arme in die Luft, um ihren Worten Nachdruck zu verleihen. „In meinem langen Leben habe ich noch keine Dürre wie diese erlebt. Seit zwei Jahren hat es hier nicht mehr geregnet. Alles trocknet aus. Auch wir“, sagt sie.
Echwa ist blind und doch weiß sie sehr wohl, dass ihr Dorf 50 Kilometer von Lodwar, der größten Stadt im Nordwesten Kenias, Schlimmes ertragen muss. Mit gesunden Augen unübersehbar, denn die Frauen und Kindern um sie herum sind, wie Echwa sagt, „ausgetrocknet“.
Hungernde Menschen. Wie Echwa sitzen sie erschöpft auf dem ausgetrockneten Boden und warten auf einen Termin in dem kleinen Gesundheitszentrum. Die Chancen der 70-Jährigen stehen schlecht, heute noch dran zu kommen. 40 bis 50 Patienten schafft der Pfleger pro Tag.
Vor dem kleinen beigen Haus mit hellblauen Fenstern sitzen aber schon jetzt doppelt so viele. Echwas Augen tränen, ihre Beine schmerzen. Über den quälenden Hungerschmerz im Bauch wird sie nicht mit ihm reden. Das ist hier eine Volkskrankheit. Die Provinz Turkana ist eine der am schlimmsten von der Dürre betroffenen Regionen Kenias.
Es wird mehr Tote geben und viel mehr Geld benötigt, um Millionen Leben zu retten. Die UN haben jetzt 9,7 Millionen Euro für die Unterstützung Hungerleidender in Kenia freigegeben.