Gizlar Bulaghi – Eine Legende aus dem steinernen Gedächtnis Nachtschiwans VIDEO
Nachtschiwan, 17. September, AZERTAC
Einer der alten und tief im Gedächtnis der Stadt verankerten Orte Nachtschiwans ist der „Gizlar Bulaghi“ (Mädchenquelle). Über diese Quelle werden Legenden erzählt und Lieder gesungen. Sie bewahrt bis heute Spuren des reichen folkloristischen und kulturellen Erbes der Stadt.
Seit Jahrhunderten gilt die Quelle als ein Ort, zu dem die Bewohner der Stadt kamen und an dem insbesondere junge Frauen zusammenkamen. In der Bevölkerung gibt es verschiedene Legenden über die Entstehung ihres Namens. Einer Überlieferung zufolge versammelten sich in alten Zeiten die schönen und sittsamen jungen Frauen der Stadt in den frühen Morgenstunden, noch vor Sonnenaufgang, an der Quelle. Sie tranken das eiskalte, klare Wasser und beteten dafür, dass ihre Herzenswünsche in Erfüllung gingen, ihnen eine glückliche Zukunft und ein schönes Schicksal beschieden seien.
Mit der Zeit wurde „Gizlar Bulaghi“ nicht nur zu einer Wasserquelle, sondern auch zu einem Ort, an dem Menschen einander trafen, miteinander plauderten und schöne Erinnerungen teilten. Die mit der Quelle verbundenen Legenden wurden von Generation zu Generation weitergegeben und sind bis heute lebendig. Neben den Einheimischen zieht „Gizlar Bulaghi“ auch Gäste und Touristen an, die die Stadt besuchen.
Der Dichter und Liedtexter Islam Safarli, der jeden Winkel Nachtschiwans in seine Poesie aufnahm, widmete der Wasserquelle „Gizlar Bulaghi“ ebenfalls ein gleichnamiges Gedicht. Darin beschreibt er die morgendliche Szenerie an der Quelle mit folgenden poetischen Zeilen:
Der Morgen graut,
Licht ergießt sich
von den Lippen der Horizonte.
Junge Menschen stehen auf,
füllen ihre Krüge
an unserem „Gizlar Bulaghi“ ...