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Im Dorf der ewigen Weihnacht

Baku, den 15. Dezember (AZERTAG). In Rovaniemi am nördlichen Polarkreis ist das ganze Jahr über Weihnachten. Denn hier in Finnisch-Lappland residiert Joulupukki, der Weihnachtsmann, mit seinen Elfen, Wichteln und Rentieren - seit fernen Tagen, wie es heißt. Aber erst seit den 1950ern trifft er sich mit den Menschen. Inzwischen hat er sogar feste Sprechzeiten.

Obwohl man ihn auch im Sommer besuchen kann, kommen im Advent natürlich die meisten Gäste. Manche von ganz weit her mit dem Flugzeug nur für einen Tag. Es herrscht Hochbetrieb. Ohne Gedränge geht es nicht. Schlangestehen vor der Blockhausstube ist angesagt, nur um einen Blick von dem bärtigen Alten zu erhaschen. Aber die meisten wollen sich mit Joulupukki fotografieren lassen.

Weihnachtslieder ertönen in Endlosschleife. Endlich! Da sitzt er in seinem unverwechselbaren roten Mantel auf einem gepolsterten Holzstuhl mit Nickelbrille, schweren Stiefeln und dicken Strickstrümpfen, obwohl im Hintergrund ein Ofen steht. Links ein Schemel für die Besucher. Dahinter ein prächtiger Weihnachtsbaum. Glöckchen klingeln. Verpackte Geschenke stapeln sich. Er schüttelt die Hand, nimmt die kleinen Kinder auf den Schoß, hört sich geduldig ihre Gedichte an, spendet Beifall und fragt nach dem Befinden.

Der Weihnachtsmann kann seine Gäste in zehn Sprachen begrüßen. Er spricht fließend Englisch und Deutsch. So kann er jedes Kind in seiner eigenen Sprache begrüßen und Weihnachtswünsche entgegen nehmen. Dann gibt es auch noch das Foto als Erinnerung an die Begegnung mit dem bärtigen Alten in Rot. Der Abzug des Fotos ist für jeden erschwinglich.

Eine ganze Mannschaft fleißiger Helfer ist damit beschäftigt, den Weihnachtsmann zu unterstützen. Besonders die Post-Wichtel in grünen Jacken mit roten Mützen haben viel zu tun. Sie beantworten jährlich rund 500.000 Wunschzettel und Bittbriefe der Kinder aus aller Welt, wenn diese nicht vergessen haben, ihre Adresse anzugeben. Unterschrieben werden die Briefe natürlich vom Weihnachtsmann selbst.

Neuerdings ist Joulupukki sogar online. Ein Wichtel wacht über seinen Terminkalender. Schließlich muss der Weihnachtsmann an vielen Orten zur gleichen Zeit sein. So hat er etwa, gemeinsam mit dem Bürgermeister von Helsinki, die Festbeleuchtung der Weihnachtsstraße eingeschaltet und damit den finnischen Winter eröffnet.

Das Reisen ist für Joulupukki nie ein Problem. Sein magischer Schlitten kann auch dort fahren, wo kein Schnee liegt. Manchmal holt er seine Gäste persönlich am Flughafen von Rovaniemi ab, verteilt dort Lebkuchen oder winkt ihnen zum Abschied. Zum winterfesten Airport sind es nur rund fünf Kilometer.

Obwohl sich Turku, die älteste Stadt des Landes, an der Westküste und gar nicht im Hohen Norden gelegen, als die Weihnachtsstadt Finnlands bezeichnet, lebt der Weihnachtsmann in Rovaniemi. Der magische Polarkreis, der durch die Stadt verläuft, macht den Ort nahe dem 66. Längengrad zum idealen Platz.

Nach dem Grund seiner Wahl befragt, nennt der Weihnachtsmann die schöne, friedliche Natur, die stille Wildnis und die Berge. Außerdem sei hier das Heimatland der Rentiere, die seinen Schlitten ziehen, wenn er die Geschenke zu den Kindern in aller Welt bringt. Tiefer Schnee, weiße Wälder, Sonnenschein von einem strahlend blauen Himmel trotz knackiger Kälte, von Rentieren gezogene Schlitten mit Glöckchengeläut - genau so, wie man sich die ideale Kulisse der Weihnachtszeit vorstellt und wünscht, präsentiert sich das Weihnachtswunderland. Das Santa Claus Office in Joulupukin Pajakylä, dem «Dorf des Weihnachtsmannes», bei Rovaniemi ist die größte Attraktion der Polarkreisregion Finnlands geworden.

Gleich hinter dem Haus stehen Hunde-, Motor- und Rentierschlitten bereit, um die Gäste bei der Lappland-Safari durch die weißen Wälder im Umkreis des Dorfes zu bringen. Wer Glück hat, sieht sogar Nordlichter. Sie sind hier typisch für den eiskalten arktischen Nachthimmel in der Winterzeit.

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