KULTUR


Uno-Bericht: Weltweit rund 120 Millionen Jobs im Tourismus in Gefahr

Baku, 25. August, AZERTAC

Die Reisebeschränkungen in der Coronakrise sind für Urlauber ärgerlich - für Menschen, die vom Tourismus leben, können sie existenzbedrohend sein. In diesem Jahr sind Uno-Generalsekretär António Guterres zufolge weltweit rund 120 Millionen Jobs in der Branche in Gefahr.

Das treffe vor allem Entwicklungsländer hart. "Die Krise ist ein massiver Schock für entwickelte Ökonomien, aber für Entwicklungsländer ist es ein Notfall", sagte Guterres in einer Videobotschaft. Viele dieser Länder sind stark vom Tourismus abhängig: In Afrika machte 2019 der Tourismussektor zehn Prozent aller Exporte aus, wie es in einem Uno-Bericht hieß.

Wegen der Corona-Pandemie wurden weltweit Grenzen geschlossen, Hotels dichtgemacht und Flüge gestrichen. In den ersten fünf Monaten des Jahres ist die Zahl der internationalen Touristen dem Bericht zufolge um 56 Prozent zurückgegangen - insgesamt könnte sie in diesem Jahr um 78 Prozent einbrechen. Zwischen 910 Milliarden und 1,2 Billionen Dollar an Exporteinnahmen im Tourismus könnten demnach verloren gehen.

Frauen und informelle Arbeiter besonders gefährdet.

Dies sei besonders verheerend, da die meisten Tourismusbetriebe kleine und mittlere Unternehmen seien, hieß es. "Frauen, junge Menschen und informelle Arbeiter sind besonders bedroht", sagte Sandra Carvao von der Uno-Tourismusorganisation (UNWTO) mit Blick auf die Jobverluste. Demnach besteht der Tourismussektor zu mehr als der Hälfte aus Frauen.

"Es ist unerlässlich, dass wir den Tourismussektor wieder aufbauen", sagte der Uno-Generalsekretär. Dies müsse aber in einer Art und Weise getan werden, die "sicher, gerecht und klimafreundlich" sei. Reisen müssten verantwortungsbewusst und nachhaltig sein, um die Millionen von Menschen, die vom Tourismus abhängig seien, zu schützen.

Auch könne der Ausstoß von Treibhausgasen wieder stark ansteigen, sollte die Erholung des Tourismussektors nicht an Klimazielen ausgerichtet sein. Dem Uno-Bericht zufolge machen Treibhausgasemissionen durch den Transport im Tourismus rund fünf Prozent aller menschlichen Treibhausgasemissionen aus.

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