Armee erkennt Wahlsieg der Opposition an
Baku, den 4. Juli (AZERTAG). In Thailand zeichnet sich eine friedliche Regierungsübergabe ab: Die Armee, die Ex-Premier Thaksin aus dem Amt putschte, hat den Triumph von dessen Oppositionspartei anerkannt. Wahlsiegerin Yingluck, Thaksins Schwester, kündigte eine Fünf-Parteien-Koalition an.
Bangkok - In Thailand könnte nach Jahren der schweren politischen Krise Ruhe einkehren: Die thailändische Armee, die den ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra aus dem Amt putschte, hat den Sieg von dessen Partei bei der Parlamentswahl anerkannt. Das sagte der scheidende Verteidigungsminister des südostasiatischen Landes, Prawit Wongsuwon nach Gesprächen mit Militärführern der Nachrichtenagentur AFP in Bangkok. „Das Volk hat sich eindeutig ausgesprochen, also kann die Armee nichts machen“, sagte der General. „Wir akzeptieren das Ergebnis.“
Das Oppositionslager des im Exil lebenden Ex-Regierungschefs Thaksin Shinawatra hatte bei dem Urnengang am Sonntag die absolute Mehrheit im Parlament erzielt. Nach Angaben der thailändischen Wahlkommission erhielt Thaksins Puea-Thai-Partei, die von Thaksins Schwester Yingluck Shinawatra geführt wird, 265 der 500 Sitze. Die Partei von Abhisit kam dem vorläufigen Endergebnis zufolge auf nur 159 Mandate.
Die Wahlkommission muss mehr als 1900 Beschwerden über angeblichen Wahlbetrug nachgehen. Jede Anzeige werde in den kommenden zwei Wochen geprüft, sagte Kommissionsmitglied Somchai Jungprasert der "Bangkok Post". Die meisten Beschwerden kamen aus dem Norden und Nordosten des Landes - Bastionen der Sieger-Partei Pheu Thai.
Die neue Regierung unter Führung von Yingluck muss tiefe Gräben in der Gesellschaft überwinden, die sich nach Jahren mit Straßenprotesten, einem Militärputsch und wachsender Gewalt aufgetan haben. Die Wahlbeteiligung am Sonntag war offenbar höher als bei den letzten Urnengängen im Dezember 2007, als 74 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.