Aserbaidschan stärkt seine Rolle als geoeconomische Drehscheibe Eurasiens
Baku, 5. September, AZERTAC
Aserbaidschan stärkt nach Einschätzung des türkischen Professors Mehmet Yüce seine Rolle als wichtige geoeconomische Drehscheibe Eurasiens. Im Mittelpunkt stehen dabei die wachsenden Beziehungen zu Zentralasien sowie die Entwicklung des Mittleren Korridors als Verbindung zwischen China, Zentralasien, dem Südkaukasus, der Türkei und Europa.
Nach Ansicht des Professors eröffnet die zunehmende Zusammenarbeit über das Kaspische Meer neue Möglichkeiten für Verkehr, Handel, Energie und Investitionen. Aserbaidschan sollte dabei nicht nur Transitland sein, sondern zum Zentrum einer umfassenden „Korridorwirtschaft“ werden, in der Logistik, Produktion, Dienstleistungen und Investitionen miteinander verbunden sind.
Auch im Energiebereich gewinnt das Land an Bedeutung. Neben Öl und Gas bieten Projekte für erneuerbare Energien und Stromübertragung, darunter die Zusammenarbeit Aserbaidschans mit Kasachstan und Usbekistan im Bereich eines Kaspischen Grünen Energiekorridors, neue Perspektiven. Damit könne Aserbaidschan zu einem strategischen Zentrum an der Schnittstelle von Energie, grüner Transformation und digitaler Vernetzung werden.
Yüce betonte zudem die wachsende Bedeutung Aserbaidschans im Rahmen der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). Als Dialogpartner könne das Land eine wichtige Brückenfunktion zwischen dem SCO-Raum, Zentralasien, der Türkei und Europa übernehmen. Der besondere Vorteil Aserbaidschans liege dabei in seiner geografischen Lage und seiner Fähigkeit, die wirtschaftlichen Potenziale Asiens über das Kaspische Meer mit dem europäischen Markt zu verbinden.