Bedrohte Arten: Wilderer vergiften mehr als 200 Geier im Krüger-Nationalpark
Baku, 9. Mai, AZERTAC
In Südafrika haben Wilderer nach Behördenangaben mehr als 200 Geier bedrohter oder sogar stark bedrohter Arten vergiftet. Wie die Parkbehörde Sanparks mitteilt, haben die Vögel im berühmten Krüger-Nationalpark wohl von einem vergifteten Elefantenkadaver gefressen.
Tierschützer fanden den Angaben zufolge insgesamt 123 Geier tot auf. In einer groß angelegten Rettungsaktion transportierten sie 84 weitere vergiftete, aber noch lebende Geier mit Hubschraubern und auf dem Landweg zu Behandlungseinrichtungen. Laut Sanparks handelt es sich um den größten bekannten Geier-Vergiftungsfall im südlichen Teil des Kontinents.
Unter den vergifteten Vögeln im Krüger, wie er kurz genannt wird, befinden sich Weißrücken-, Kap-, Lappen- sowie Kapuzengeier – alles Arten, die von der Weltnaturschutzunion IUCN als bedroht oder stark bedroht eingestuft sind. Ein Sanparks-Sprecher bezeichnete den Vorfall als „herben Rückschlag“ für die Geierpopulation in der Region um den Nationalpark.
Geierknochen für rituelle und religiöse Zwecke - Der Elefantenkadaver sei von Wilderern mit hochgiftigen agrochemischen Pestiziden versetzt worden – vermutlich, um an Körperteile anderer Tiere für den illegalen Wildtierhandel zu kommen, wie der Sanparks-Sprecher sagte. Wilderer setzten zu diesem Zweck zunehmend Agrargifte ein.
Die Knochen von Geiern werden in zahlreichen afrikanischen Ländern für rituelle und religiöse Zwecke genutzt, etwa die Herstellung traditioneller Medizin. Andere Wilderer vergiften Geier, um zu verhindern, dass die kreisenden Vögel ihren eigenen Aufenthaltsort verraten, nachdem sie Elefanten, Nashörner oder Löwen illegal getötet haben.