China fordert Garantien für seinen Rettungsbeitrag
Baku, den 29. November (AZERTAG). Peking kann sich nicht erlauben, „nur zuzusehen, wenn die Euro-Zone brennt“. Doch für seine Hilfe verlangt China Antworten auf drei Fragen.
Die chinesischen Machthaber in Peking verlangen von den verantwortlichen EU-Finanzpolitikern in Brüssel Antworten auf drei spezielle Fragen zur Euro-Krise, bevor sie zur Stabilisierung der Gemeinschaftswährung beitragen.
Die EU habe auch Wochen nach ihren Beschlüssen zur Aufstockung des Euro-Rettungsschirms, der Rekapitalisierung der Banken und des Schuldenschnitts für Griechenland noch nicht erklärt, wie sie diese drei Baustellen bearbeiten wolle, sagte Chinas einflussreichste Finanzpolitikerin Wu Xiaoling.
Nach Angaben der Zeitung „China Business News“ fragte die ehemalige Chefin der chinesischen Devisen-Verwaltung (SAFE) und bis 1998 noch Vizepräsidentin der Zentralbank auf einem Forum in Wuxi: „Woher kommt das Geld für die Rekapitalisierung der Banken und woher die Investitionen, die den Hebel des Rettungsschirms von 440 Milliarden Euro auf eine Billionen anheben sollen? Wie könne vor allem den Schwellenländern garantiert werden, dass ihre Unterstützungsinvestitionen in den Euro-Raum sicher sind?“
Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone wäre eine Katastrophe für die ganze Welt. Die Verteidigung des Euro „ist daher ein weltweites Anliegen“, bevor die Schuldenkrise zu einer Bankenkrise eskaliere. Wu warnte allerdings, dass sich die Rahmenbedingungen verschlechterten. Sie rechne mit einer Erholung der Weltwirtschaft, „schnellstens in drei bis fünf Jahren und in der langsameren Variante in fünf bis zehn Jahren.“
Chinas Wirtschaft würde sich 2012 „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ weiter abschwächen, könnte aber ihr im Weltvergleich noch ein hohes Wachstum beibehalten und Haushaltsdefizite sowie Teuerungsraten kontrollieren. Bei weiter fallender Nachfrage von außen steige jedoch der Druck auf Peking, seine begonnene Transformation zu einem marktorientierten Wirtschaftssystem zu beschleunigen. China leiste den größten Beitrag, wenn es die eigenen Hausaufgaben gut erledige. „Wir müssen derzeit die Welt nicht retten. Wir sind auch nicht in der Lage, sie zu retten.“