China vertieft Handel mit Iran
Baku, 11. Mai, AZERTAC
Kurz nach dem Ausstieg von US-Präsident Donald Trump aus dem Atomabkommen mit Teheran hat China eine neue Zugverbindung nach Iran eröffnet. Der erste Güterzug der neuen Strecke sei am Donnerstag aus der nordchinesischen Stadt Bayannur gestartet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.
Der mit 1150 Tonnen Sonnenblumenkernen beladene Zug soll die 8352 Kilometer lange Reise in die iranische Hauptstadt Teheran demnach in 15 Tagen zurücklegen. Das entspricht einer Zeitersparnis von mindestens 20 Tagen im Vergleich zum Seeweg.
Nach dem Ende der Sanktionen gegen Teheran hatten China und Iran vor zwei Jahren vereinbart, den wechselseitigen Handel beider Länder in den kommenden zehn Jahren auf 600 Milliarden Dollar mehr als zu verzehnfachen. Für Peking ist die Vernetzung mit Iran ein wichtiger Bestandteil seiner Neuen Seidenstraße - einem gewaltigen Infrastrukturprojekt, in dessen Zuge neue Wirtschaftskorridore von China nach Europa und Afrika entstehen sollen. Erst Ende April war der erste direkte Güterzug aus China in Österreichs Hauptstadt Wien angekommen.
Den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit Iran hatte die chinesische Regierung scharf kritisiert. Außenamtssprecher Lu Kang sagte, es sei ein multilaterales Abkommen, das der Uno-Sicherheitsrat gebilligt habe. "Alle Seiten sollten es ernsthaft umsetzen." Die Vereinbarung sei wichtig, um die Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern sowie Frieden und Stabilität im Nahen Osten zu fördern. Es setze auch ein Beispiel für die Lösung von Krisen durch politische Mittel.