Chinas Inflation geht zum Neujahrsfest zurück
Baku, den 12. Januar (AZERTAG). Für viele Chinesen ist es eine gute Nachricht. Der Preisanstieg in China geht zurück - auch bei Lebensmitteln. Doch Analysten warnen: Das ist noch keine Trendwende.
Chinas Statistikamt meldet pünktlich zum Frühlingsfest des Landes Entspannung an der Preisfront. Zugleich warnen chinesische Wirtschaftsforscher, dass sich der Inflationsdruck wieder verschärfen würde, wenn Peking seine Politik des knappen Geldes und restriktiver Kredite aufgeben würde.
Die Verbraucherpreise (CPI) stiegen im Dezember nur noch 4,1 Prozent, teilten die Statistiker mit. Der Wert drückte die Preissteigerung im Jahresmittel 2011 auf 5,4 Prozent, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua. Damit überschritt sie zwar deutlich das von Peking vorgegebene Ziel von vier Prozent. Aber die rasende Teuerung konnte weiter unter Kontrolle gebracht werden, nachdem die Inflationsraten bis zum Juli auf einen alarmierenden Rekordwert von 6,5 Prozent geklettert waren.
Deutlich höher liegt nach wie vor die Inflation bei den Lebensmitteln. Allerdings konnte auch dort der Preisanstieg, der schon zu Unruhen in der Bevölkerung geführt hatte, ein wenig gebremst werden. Im Dezember lag er bei 9,1 Prozent, nachdem er im Jahresverlauf schon zweistellig notiert hatte.
Schwächer stiegen die Herstellerpreise (PPI), die ebenfalls ein Index zur Inflationsmessung sind. Sie legten im Monat Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat nur noch um 1,7 Prozent zu. Das ist der langsamste Anstieg innerhalb von zwei Jahren. Zum Vergleich: Die Herstellerpreise stiegen im Jahresmittel 2011 um 6,1 Prozent.
Der gebremste Preisanstieg unmittelbar vor dem am 23. Januar beginnenden Neuen Jahr des Drachens, ist zwar ein positives Signal, dass Pekings wirtschaftliche und administrative Bremsmanöver und die Maßnahmen gegen Spekulation greifen, aber noch keine Trendwende, kommentiert die staatliche Agentur Xinhua.
Chinas Börsen blieben unbeeindruckt und schlossen schwächer, denn eine Hauptursache für den zurückgehenden Preisdruck ist die sich abschwächende Weltkonjunktur sowie die sinkende Auslandsnachfrage nach chinesischen Produkten.