Chinesischer Web-Gigant will Krisenkonzern Yahoo retten
Baku, den 1. Oktober (AZERTAG). Es ist ein nicht enden wollender Niedergang, den der einstige Internet-Gigant Yahoo erlebt. Und die wichtigsten Fragen, die über die Zukunft des darbenden Unternehmens entscheiden, sind noch immer nicht beantwortet: Wer wird Nachfolger der gefeuerten Konzernchefin Carol Bartz? Und soll Yahoo weiter selbst die Trendwende versuchen oder doch bei einer anderen Firma Unterschlupf finden?
Immerhin deutet sich nun eine mögliche Beantwortung der zweiten Frage an. Die größte chinesische Handelsplattform Alibaba würde Yahoo gern kaufen. „Wir sind sehr interessiert“, sagte Alibaba-Gründer Jack Ma laut übereinstimmenden US-Medienberichten bei einem Auftritt an der Elite-Uni Stanford. Alibaba sei an Yahoo „als Ganzem“ interessiert, betonte Ma. Es sei aber ein kompliziertes Unterfangen mit vielen Beteiligten, schränkte er ein.
Der frühere Englischlehrer könnte mit Hilfe von Yahoo seine Firma auf dem wichtigsten Internetmarkt der Welt expandieren lassen. Alibaba sei wahrscheinlich eines der sehr wenigen Unternehmen, die Yahoo gut verstehen, sagte Ma.
Zugleich bestätigte er, dass es auch andere Anwärter gebe: „Alle seriösen Kaufinteressenten haben mit uns gesprochen.“ Nach bisherigen Informationen sollen unter anderem Investoren wie Silver Lake Partners und Andreessen Horowitz, aber auch der Software-Riese Microsoft und der Internetkonkurrent AOL Interesse bekundet haben haben.
Yahoo hält 40 Prozent an Alibaba. Die Beteiligung gehört zu dem Wertvollsten, das der Internet-Pionier zu bieten hat: Der Wert des Anteils wird auf bis zu 13 Milliarden Dollar geschätzt. Yahoo insgesamt war an der Börse zuletzt weniger als 17 Milliarden Dollar wert.