Ein tödliches Coronavirus ist in Nahost ausgebrochen
Baku, den 29. Juni (AZERTAG). Neues Virus gefährdet Mekka-Pilger. Wie aus Presseberichten hervorgeht, ist ein tödliches Coronavirus ist in Nahost ausgebrochen und könnte sich unter Millionen Pilger mischen. Für eine brauchbare Risikoabschätzung fehlen den Forschern Daten.
Nicht auszudenken, was ein tödlicher Krankheitserreger in Mekka und Medina anrichten könnte, sollte er sehr ansteckend sein. In den Zeltstädten um die heiligen Stätten drängen sich jedes Jahr Pilger, dicht an dicht, darunter viele Alte und Kranke. Die Flugzeuge, die sie später besteigen, sind die perfekte Mitreisegelegenheit für Keime.
Ein Virus könnte es nicht perfider anstellen, als sich genau dort - und genau jetzt - unters Volk zu mischen.
In knapp zwei Wochen beginnt mit dem Fastenmonat Ramadan die Hochsaison für die kleine Pilgerfahrt der Muslime, die Umrah. Im Juli und August werden Millionen Menschen nach Mekka und Medina strömen.
Gleichzeitig versucht dort ein Virus aus dem Tierreich den Sprung auf den Menschen: das mit Sars verwandte Middle Eastern Respiratory Syndrome Coronavirus, kurz „Mers". Lungenentzündung, Atemnot, Organversagen - das sind die schwersten bekannten Symptome.
70 Menschen hat das Virus bisher erwischt, 63 davon in Saudi Arabien. Einige der Erkrankten kamen aus dem Westen des Landes, unweit von Mekka. 39 Menschen sind gestorben.
Im Vergleich zu anderen Seuchen sind diese Fallzahlen verschwindend klein. Zu klein, um deshalb Pilger von der Reise ihres Lebens abzuraten? Internationale Organisationen zögern noch. Ziad Memish, der saudische Vize-Gesundheitsminister, sagte dagegen auf einer von der Weltgesundheitsorganisation WHO einberufenen Krisensitzung in Kairo, Schwangere, Kinder und Kranke sollten die Pilgerfahrt auf das nächste Jahr verschieben. Und das, obwohl Memish mit Warnungen sonst zurückhaltend ist. Vor ihm hatten einige internationale Forscher schon gefordert, dieses Virus nicht zu unterschätzen.
Warum sind Gesundheitsexperten so besorgt? Ein Grund ist die Zunahme an Neuinfektionen in saudischen Kliniken. Ein anderer die Ähnlichkeit der Ereignisse zum Sars-Ausbruch vor zehn Jahren.
"Die Krankenhausausbrüche erinnern an die Anfangszeit von Sars", sagt Christian Drosten von der Uni Bonn, der Coronaviren erforscht und für Sars und Mers diagnostische Tests entwickelt hat. Im Jahr 2003 raste Sars in wenigen Monaten um die Welt und infizierte mehr als 8.000 Menschen in 30 Ländern. Etwa jeder zehnte Patient starb an der Lungenkrankheit. Auch damals fielen die Infektionen zuerst in Krankenhäusern auf.