Energieriesen verbuchen gigantische Gewinne
London - Das Ölpreishoch beschert Shell ein Milliardenplus. Im ersten Quartal 2011 sei der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 60 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar gestiegen, teilte Europas größter Ölkonzern am Donnerstag mit.
Zu Wiederbeschaffungskosten - ein Maß, das die Schwankung der Ölpreise berücksichtigt - steigerte das niederländisch-britische Unternehmen seinen Gewinn um zwei Milliarden auf 6,9 Milliarden Dollar.
Shell profitiert vor allem vom hohen Ölpreis. Die Fördermenge des Konzerns dagegen ging im ersten Quartal um 3,5 Prozent zurück. Als weiteren Grund für den deutlichen Gewinn nennt der Konzern Verbesserungen bei der Erdölraffinierung. Die Shell-Aktie legte an der Börse 1,2 Prozent zu.
Auch der weltgrößte Ölkonzern Exxon Mobil profitierte im ersten Quartal vom hohen Ölpreis. Der Konzern erzielte einen Gewinnanstieg vor Sonderposten von 69 Prozent auf 10,65 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag im texanischen Irving mitteilte. Der Konzern, der hierzulande die Esso-Kette betreibt, übertraf damit die Markterwartungen.
Der Ölpreis ist so hoch wie lange nicht. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent rund 125 Dollar. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) lag bei gut 112 Dollar.
Shells Konkurrent BP konnte dagegen die hohen Mieralölpreise nicht in steigende Gewinne umwandeln. Die hohen Kosten sowie eine verringerte Produktion in Folge der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko machten die positiven Effekte des Ölpreises zunichte. Der Konzern hatte mit rund 5,5 Milliarden Dollar etwas weniger Gewinn als im Vorjahresquartal gemacht.