Formel1: F1 öffnet Tür für Regeländerung
Baku, 24. Januar, AZERTAC
Schlechte Nachrichten für Mercedes und Red Bull? Wenige Wochen vor dem Start der neuen Formel-1-Saison hat die FIA in einer gemeinsamen Sitzung mit den Motorenherstellern beschlossen, eine undichte Stelle im Regelwerk zu schließen, die einigen Teams einen Vorteil verschafft.
Wie unter anderem das Fachportal "The Race" berichtet, hat sich die FIA gemeinsam mit den Motorenherstellern der Formel 1 am Donnerstag grundsätzlich darauf geeinigt, das Messverfahren für das Verdichtungsverhältnis in den Zylindern doch noch einmal anzupassen.
Vor allem die Teams, die nicht mit einem Mercedes- oder Red Bull/Ford-Aggregat ausgestattet sind, hatten sich über das aktuelle Messverfahren beschwert. Dieses sieht vor, dass das Verdichtungsverhältnis bei Umgebungstemperatur gemessen wird. Mercedes und Red Bull haben allerdings einen Trick gefunden, durch den sich das Verhältnis bei Betriebstemperatur - also wenn der Wagen auf der Strecke ist - erhöht.
Während der Messung wären sie so innerhalb der Grenzen geblieben, danach nicht mehr. Laut "The Race"-Angaben hat man sich nach einer Beschwerde der Konkurrenz nun darauf geeinigt, die Regeln so anzupassen, dass das Verdichtungsverhältnis doch bei Betriebstemperatur gemessen werden kann.
Fahren Ferrari und Co. in der Formel-1-Saison 2026 hinterher? - Kleiner, aber feiner Haken an der Sache: Bis das neue Regelwerk durchgewunken wird, könnte noch viel Zeit vergehen. Dem Bericht zufolge ist sogar unklar, ob eine Änderung in der Saison 2026 in Kraft tritt oder doch erst 2027. Zudem muss die Änderung zunächst durch alle Instanzen gehen. Das ist problematisch, da die Mehrheit der elf Teams mit Mercedes- und Red-Bull-Motoren unterwegs sind (6:5).
Für die Teams, die mit einem Ferrari-, Audi- oder Honda-Motor ausgestattet sind, könnte das in den kommenden Monaten zu einem echten Problem werden. Spekuliert wird, dass die Teams mit Mercedes- und Red-Bull-Aggregaten durch den Trick einen Vorteil von mehreren Zehnteln pro Runde haben könnten. (sportde)