Forscher entdecken Resistenz gegen Cholera
Baku, den 4. Juli (AZERTAG). Einige Menschen in Bangladesch sind resistent gegen Cholera. Die US-Forscher entdeckten sogar dafür verantwortliche Erbgut-Regionen. Die Erkenntnisse könnten die Impfstoffentwicklung und die Therapie vorantreiben.
Im Jahr 2010 wütete eine schlimme Choleraepidemie auf Haiti. Nach dem verheerenden Erdbeben hatte sich die Infektionskrankheit rasend schnell ausgebreitet -bis Juli 2012 hatten sich mehr als 500.000 Menschen an dem Bakterium infiziert, mehr als 7000 waren an der Krankheit gestorben. Uno-Blauhelmsoldaten aus Asien sollen das potentiell tödliche Bakterium kurz nach der Katastrophe eingeschleppt haben.
Weltweit erkranken jährlich drei bis fünf Millionen Menschen an Cholera, die zum Tod führen kann. Die Krankheit wird von dem Bakterium Vibrio cholerae verursacht, das den Dünndarm befällt. Symptome sind starker Durchfall und die Austrocknung des Körpers. Warum Menschen an Cholera erkranken, ist noch nicht bekannt - nun besteht Hoffnung, wichtige Fortschritte in der Erforschung der Krankheit machen zu können.
Einige Menschen in Bangladesch sind einer Studie zufolge resistent gegen Cholera. US-Forscher entdeckten sogar dafür verantwortliche Erbgut-Regionen, wie sie im Fachjournal „Science Translational Medicine“ beschreiben. Sie hatten das Erbgut von 42 willkürlich ausgewählten Familien in Bangladesch untersucht.
Die Resistenz sei in der Evolution ein Vorteil für die Bevölkerungsgruppen gewesen, die entlang des Ganges-Deltas lebten, erklärten die Forscher um Elinor Karlsson von der Harvard University in Cambridge. Dort liege das historische geografische Zentrum der Krankheit, und die Menschen seien über Jahrtausende hinweg von der Cholera bedroht worden. Daher hätten sich hier die Resistenzgene durchgesetzt.
Die Arbeit könne helfen, besser zu verstehen, warum Menschen an Cholera erkranken, betonen die Wissenschaftler. Sie hoffen auch, dass die Erkenntnisse die Impfstoffentwicklung und die Therapie vorantreiben.