Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Forscher will eigene Stammzell-Entdeckung zurückziehen

Baku, den 12. März (AZERTAG). Die Studie schien eine Sensation. Im Januar hatten Forscher berichtet, Mauszellen durch ein kurzes Säurebad in den Embryonalzustand versetzen zu können - Gewebeherstellung auf simple Weise schien möglich. Jetzt will einer der Forscher die Arbeit zurückziehen.

An einer weltweit aufsehenerregenden Arbeit zur Verjüngung von Zellen sind Zweifel aufgekommen. Im Januar hatten Forscher berichtet, Mauszellen mit einem kurzen Säurebad in einen Embryonalzustand überführen zu können. Die Studie hatte Hoffnung geweckt, auf einfache Weise Stammzellen herstellen zu können. Stammzellen sind quasi Alleskönner im Körper, aus ihnen kann jede Art von Gewebe entstehen.

Doch die Entdeckung gerät in die Kritik. Wie japanische Medien am Dienstag berichten, erörtern die beteiligten Stammzellforscher, ob sie ihren Fachartikel zur Umprogrammierung von Zellen zurückziehen sollen. Einig sind sie sich bislang nicht.

Einer der Co-Autoren, Teruhiko Wakayama von der Universität Yamanashi erklärte in den heimischen Medien: Es sei ratsam, den Forschungsbericht „zurückzuziehen und erneut einzureichen, nachdem sichergestellt ist, dass die Daten alle korrekt sind und er von niemandem kritisiert wird“.

Ein anderer Co-Autor, Charles Vacanti von der Harvard Medical School, widersprach dem jedoch in der Zeitung „Wall Street Journal“ vom Montag. „Es sind zwar einige Fehler gemacht worden, aber die beeinträchtigten nicht die Ergebnisse. Basierend auf den Informationen, die ich habe, sehe ich keinen Grund, warum die Papiere zurückgezogen werden sollten.“

Unausgereifte Mäusezellen - Die Wissenschaftler aus Japan und den USA hatten in ihrer vielbeachteten Studie Ende Januar im britischen Fachblatt „Nature“ berichtet, dass sie unter anderem mit Zitronensäure Körperzellen neugeborener Mäuse in eine Art embryonalen Zustand zurückversetzt hatten. Diese sogenannten STAP-Zellen könnten sich wieder in nahezu jeden Zelltyp entwickeln, berichtete das Team um die Forscherin Haruko Obokata vom Riken-Zentrum damals.

Die Rückprogrammierung von Körperzellen in einen Zustand, in dem sie sich wie embryonale Stammzellen zu vielen verschiedenen Gewebetypen entwickeln können, war zuvor nur mit Hilfe von zugefügten Proteinen oder Genen gelungen. Das Verfahren, solche Zellen durch simplen Säurestress zu erzeugen, eröffne ganz neue Möglichkeiten, um eines Tages patienteneigene Stammzellen zu erzeugen, kommentierte Austin Smith von der britischen Universität Cambridge in einem Begleitkommentar des Fachjournals „Nature“ damals. Man müsse allerdings bedenken, dass die Versuche bisher nur mit unausgereiften Mäusezellen gemacht wurden. Es bleibe abzuwarten, ob dies auch bei anderen Organismen gelinge, vor allem beim Menschen.

Bereits kurz nach Veröffentlichung der Studie waren kritische Stimmenlaut geworden - unter anderem wiesen anonyme Blogger auf der Plattform Pubpeer auf Methodenfehler hin. Die Vorwürfe: Bilder seien doppelt verwendet, eine Abbildung zusammengeschnitten worden und das Verfahren nicht rekonstruierbar. Auf den Seiten des Fachjournals „Nature“ hieß es am 17. Februar 2014, der Vorfall werde weiter untersucht, es sei aber noch nicht klar, wie lange das Verfahren dauere. Auch das Riken-Zentrum für Entwicklungsbiologie im japanischen Kobe untersucht weiter, ob der Fachartikel seiner Forscher zurückgezogen werden soll.

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