Für Deutschland ist Aserbaidschan der wichtigste Wirtschaftspartner im Kaukasus
Baku, den 10. Dezember (AZERTAG). Seit 1994 fördert die aserbaidschanische Regierung die großen Erdöl- und Erdgasreserven des Kaspischen Meeres mit Hilfe westlicher Unternehmen. Der durch die Einnahmen aus der Ölförderung und große Investitionsvorhaben ausgelöste wirtschaftliche Aufschwung Aserbaidschans schlägt sich auch in den Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland nieder. Für Deutschland ist Aserbaidschan der wichtigste Wirtschaftspartner im Kaukasus. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz im bilateralen Warenhandel auf 2,1 Mrd. Euro (2009: 1,6 Mrd. Euro; 2008: 2,4 Mrd. Euro). Deutschland bezieht aus Aserbaidschan in erster Linie Erdöl, 3,7 Mio. t im Jahr 2010. Damit liegt das Land auf Platz 7 der wichtigsten Rohöllieferanten Deutschlands.
Bei der Ausfuhr, die im vorigen Jahr um 70% auf 736 Mio. Euro anstieg (2009: 431 Mio. Euro), stehen Kraftfahrzeuge, Eisen- und Stahlerzeugnisse sowie Maschinen und Fabrikationsanlagen im Vordergrund. Einige deutsche Energieunternehmen zeigen nachhaltiges Interesse an Explorations- und Produktionstätigkeit im Öl- und Gasbereich.
Bei der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit stehen die Entwicklung der Marktwirtschaft und die Förderung der Privatwirtschaft außerhalb des Öl- und Gassektors im Vordergrund. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt einzelne Betriebe und die zuständigen Behörden durch die Erstellung von Unternehmensplänen, Entwicklungs- und Marktanalysen. Ein weiteres wichtiges Vorhaben ist die Entwicklung des Kreditwesens durch eine Reihe von Maßnahmen der Finanziellen und Technischen Zusammenarbeit (Mikrofinanzbank, Deutsch-Aserbaidschanischer Fonds, Unterstützung des Privatkundengeschäfts). Ein politisch wichtiger Bereich ist die Unterstützung der Rechts- und Gerichtsreform. Die Rehabilitierung der Trinkwasserversorgung für mehr als 145.000 Einwohner in ausgesuchten Provinzzentren sowie umweltbezogene Programme bilden zusätzliche Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit, die durch die Kaukasus-Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung verstärkt worden ist.