Hawaii: Erdbeben, dann ein Vulkanausbruch, dann wieder Erdbeben
Baku, 5. Mai, AZERTAC
Nach dem Ausbruch des Vulkans Kilauea hat eine Erdbeben-Serie Hawaii erschüttert. Bei den schwersten Erdstößen wurde eine gefährliche Stärke von 6,9 gemessen, wie die US-Bebenwarte USGS mitteilte. Nur eine Stunde zuvor war ein Beben der Stärke 5,4 gemessen worden. Hinzu kamen Dutzende schwächere Nachbeben. Tsunami-Gefahr bestand nach Angaben der Behörden nicht. Berichten zufolge rannten Menschen in Panik aus Gebäuden ins Freie, doch wurden zunächst keine größeren Schäden oder Verletzten gemeldet.
Allerdings tat sich rund 20 Kilometer vom Vulkan entfernt eine neue Erdspalte auf, aus der Lava und Rauch quoll. Es ist der vierte derartige Riss im Boden seit Ausbruch des Vulkans am Donnerstag. In den Tagen zuvor hatte es ebenfalls mehrere Beben gegeben.
Luftaufnahmen zeigten orangefarbene Lava, die aus einer 150 Meter langen Erdspalte in die Luft gespuckt wurde. An einer Straße im Wohngebiet Leilani im Südosten der Insel quollen Rauch und Lava aus dem Erdinneren nach oben, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Auf Fernsehaufnahmen waren Lavaströme in einem Waldgebiet zu sehen. In der Gegend stehen rund 770 Häuser.
"Wie wenn man einen Haufen Steine in einen Wäschetrockner steckt" - Die Katastrophenschutzbehörde im Bezirk Hawaii County wies 1700 Anwohner an, die Gefahrenzone umgehend zu verlassen. Rund 10.000 weitere Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser vorsorglich freiwillig zu verlassen. Die Feuerwehr habe von einem "extrem hohen Gehalt an gefährlichen Schwefelgasen" in dem Evakuierungsgebiet berichtet, erklärte die lokale Zivilschutzbehörde. Der Ausbruch gehe weiter, es gebe "aktive vulkanische Fontänen". Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.
Um Katastrophenschutzmittel freizugeben, wurde für das betroffene Gebiet der Notstand ausgerufen. Gouverneur David Ige mobilisierte zudem die Nationalgarde.
Laut dem Nachrichtenportal "Hawaii News Now" handelte es sich bei dem zweiten größeren Beben um das stärkste, das seit 1975 auf Hawaii gemessen wurde. Wie damals lag das Zentrum auch diesmal jeweils unweit des Kilauea - und nur wenige Kilometer unter der Erdoberfläche.