Hurrikan “Irma“: 8 Tote und schwere Verwüstungen in der Karibik
Baku, 7. September, AZERTAC
Der extrem gefährliche Hurrikan “Irma“ hat in der Karibik mindestens zehn Menschen in den Tod gerissen und rückt dem US-Staat Florida näher. Der Wirbelsturm bewegte sich am Donnerstag in Richtung der Dominikanischen Republik, Haiti und der Bahamas. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Hurrikans betroffen sein.
Auf den französischen Karibikinseln Saint-Barthélemy und Saint-Martin starben am Mittwoch acht Menschen. 23 Menschen seien verletzt worden, sagte der französische Innenminister Gérard Collomb am Donnerstag dem Radiosender Franceinfo. “Es ist eine große Katastrophe. 95 Prozent der Insel sind zerstört“, sagte der Präsident des Territorialrats von Saint-Martin, Daniel Gibbs, in Radiosender RCI.
Der niederländische Inselteil Sint Maarten ist schwer getroffen. Flughafen und Hafen seien nicht zugänglich, sagte ein Sprecher der Marine am Donnerstag im holländischen Radio. Auch auf Saint-Barthélemy, das bei Urlaubern auch als Luxusinsel St. Barth bekannt ist, gab es schwere Schäden.
Als immer wahrscheinlicher gilt, dass “Irma“ am Samstagabend (Ortszeit) - möglicherweise abgeschwächt - auf den US-Staat Florida treffen könnte. Im Bezirk Miami-Dade, zu dem auch die Millionenstadt Miami gehört, ordneten die Behörden für Donnerstag Zwangsevakuierungen von gefährdeten Zonen an. Der Sturm könne der schlimmste werden, dem Florida je ausgesetzt gewesen sei, sagte Gouverneur Rick Scott am Mittwoch dem Sender ABC. Der Flughafen Orlando kündigte an, den Betrieb am Samstagnachmittag einzustellen. US-Fluglinien strichen bislang Dutzende Flüge. Auch für Teile der Bundesstaaten Georgia, North Carolina und South Carolina riefen als Vorsichtsmaßnahme den Notstand aus.
In Erwartung des Hurrikans “Irma“ wappnen sich viele Menschen in Florida mit Hamsterkäufen. Schon um 5.30 Uhr morgens hätten Autofahrer für Benzin angestanden, berichtete der “Miami Herald“. An Dutzenden Tankstellen sei der Treibstoff bereits ausverkauft. “Kraftstoff ist sehr wichtig. Wir tun alles, um die Versorgung aufrecht zu erhalten“, sagte Gouverneur Rick Scott am Donnerstag. So würden etwa Tanklastzüge von Polizeieskorten begleitet, um sie schneller zum Ziel zu führen. Auf einer Website können sich Anwohner informieren, wo aktuell Sprit verfügbar ist - mehr als die Hälfte der angezeigten Stationen war am Donnerstagnachmittag rot markiert.
Mit “Irma“ ist die Gefahr aber nicht vorbei: Dahinter zog Hurrikan “José“ auf die Kleinen Antillen zu. Hurrikan “Katia“ im Golf von Mexiko erreichte am Donnerstag Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde und bewegte sich in Richtung des mexikanischen Bundesstaats Veracruz, wie das US-Hurrikanzentrum in Miami mitteilte.