Im Prozess gegen Ruben Vardanyan Opferaussagen angehört
Baku, 20. November, AZERTAC
Der Strafprozess gegen den armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan, dem unter anderem Terrorismus, Folter, Söldnertätigkeit und Terrorismusfinanzierung gemäß dem Strafgesetzbuch der Republik Aserbaidschan vorgeworfen wird, wurde am 20. November fortgesetzt.
Die Gerichtsverhandlungen fanden unter Vorsitz von Richter Zeynal Aghayev am Militärgericht von Baku statt. Dem Richterkollegium gehörten außerdem Jamal Ramazanov und Anar Rzayev an. Günel Samadova fungierte als Ersatzrichterin. Der beschuldigten Person wurde ein Dolmetscher für seine Muttersprache Russisch zur Verfügung gestellt.
Richter Zeynal Aghayev stellte den erstmals am Prozess teilnehmenden Geschädigten und deren Rechtsnachfolgern das Richterkollegium, die Staatsanwälte, die Übersetzer usw. vor und erläuterte ihnen zudem ihre gesetzlich festgelegten Rechte und Pflichten.
Anschließend wurden Opferaussagen angehört.
Die Geschädigten Anar Jafarov und Raschad Abbasov erklärten, dass das Auto, in dem sie sich befanden, im Gebiet des Dorfes Marzili im Rayon Aghdam auf eine von den feindlichen Kräften verlegte Mine gefahren sei und sie verschiedene Verletzungen erlitten hätten.
Geschädigter Feyruz Musayev, der die Fragen des Staatsanwalts Vusal Abdullayev beantwortete, sagte aus, dass das von ihm geführte Bulldozerfahrzeug bei Ingenieurarbeiten in der Nähe des Dorfes Zar im Rayon Kelbadschar von feindlichen Kräften mit Maschinengewehren beschossen worden sei. Er selbst habe keine Verletzungen erlitten, das Fahrzeug sei jedoch unbrauchbar geworden.
Geschädigter Israil Babayev gab in seiner Aussage an, dass er infolge einer feindlichen Provokation in Richtung Kelbadschar –Zod verletzt worden sei.
Ein weiteres Opfer, Safar Gasimov, erklärte, dass durch das Feuer der Überreste der armenischen Armee sowie illegaler armenischer bewaffneter Gruppen mehrere Personen ums Leben gekommen seien. Außerdem hätten Kamal Javadli, Nemat Baghirov, Amrah Hajizade und mehrere andere Personen verschiedene Körperverletzungen erlitten.
Geschädigter Elgun Talibov, der die Fragen der Staatsanwältin Tarana Mammadova beantwortete, sagte aus, dass er und Rovschan Mustafayev im Gebiet des Dorfes Charektar/Tschäräktar im Rayon Aghdara durch Beschuss der Überreste der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen verletzt worden seien.
Geschädigter Muzamil Orujov gab an, dass er im Gebiet des Rayons Kelbadschar durch Beschuss des Feindes mit Waffen verschiedener Kaliber verletzt worden sei.
Die Geschädigten Maarif Abbasov, Ramig Hasanov und Rustam Rustamli erklärten in ihren Aussagen, dass sie im Gebiet des Dorfes Dagyurd im Rayon Chodschali infolge einer feindlichen Provokation verletzt worden seien. M. Abbasov teilte mit, dass er und Mahammad Karimov verletzt worden seien, nachdem in ihrer Nähe eine vom Feind abgefeuerte Mörsergranate eingeschlagen und explodiert sei. R. Hasanov wurde verletzt, als eine Artilleriegranate in seiner Nähe einschlug und detonierte. In dem Gebiet, in dem er verletzt wurde, kam Sergey Heybatov ums Leben.
Geschädigter Vusal Abbasov, der die Fragen von Tugay Rahimli, dem Assistenten des Generalstaatsanwalts für Sonderaufträge, beantwortete, erklärte, dass er durch einen Scharfschützenbeschuss aus der Stadt Khankendi am Bein verletzt worden sei.
Geschädigter Fagan Valiyev sagte aus, dass er im Gebiet des Rayons Aghdam verletzt worden sei, obwohl er eine Erkennungsmarke getragen habe, da der Krankenwagen, in dem er sich befand, vom Feind mit einer Rakete beschossen worden sei.
Ahliyar Muradov erklärte, dass er im Waldgebiet des Rayons Aghdam verletzt worden sei, nachdem eine von den Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen abgefeuerte Mörsergranate in seiner Nähe eingeschlagen und explodiert sei.
Geschädigte Elyas Mammadli gab an, dass er sowie Nazim Aghayev und Raschmi Hummatov im Gebiet des Dorfes Khanabad im Rayon Chodschali verschiedene Körperverletzungen erlitten hätten, nachdem eine vom Feind abgefeuerte Mörsergranate in ihrer Nähe explodiert sei.
Ein weiteres Opfer Joschgun Nasirov, der die Fragen des Staatsanwalts Fuad Musayev beantwortete, erklärte, dass er, Ehliyar Muradov und Elgun Ismayilli im Gebiet des Dorfes Khanabad im Rayon Chodschali durch Beschuss der Überreste der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen verletzt worden seien.
Geschädigter Eldar Huseynov gab an, dass er im Gebiet des Berges Farruch in Chodschali verletzt worden sei, nachdem eine vom Feind abgefeuerte Artilleriegranate explodiert sei. Dabei seien auch mehrere weitere Personen verletzt und einige getötet worden.
Geschädigte Rajib Schukurov, der die Fragen von Nasir Bayramov, dem Abteilungsleiter der Hauptstaatsanwaltschaft für die Verteidigung der öffentlichen Anklage, beantwortete, sagte aus, dass er, Khagani Guliyev und Turan Hasanli verletzt worden seien, nachdem mehrere vom Feind abgefeuerte Mörsergranaten in ihrer Nähe eingeschlagen und explodiert seien.
Der Gerichtsprozess wurde mit der Untersuchung von Dokumenten und anderen in den Ermittlungsakten enthaltenen Beweisen fortgesetzt.
Die nächste Gerichtssitzung ist für den 21. November angesetzt.
Dem armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan werden zahlreiche schwere Verbrechen vorgeworfen, darunter Kriegsverbrechen, Terrorismus und vorsätzliche Tötung. Zu den zentralen Anklagepunkten gehören die Planung und Durchführung eines Angriffskrieges, Zwangsumsiedlung und Verfolgung von Zivilisten, Entführung und Freiheitsberaubung sowie Folter und Söldnertätigkeit. Darüber hinaus wird ihm die vorsätzliche Tötung in mehreren Fällen sowie versuchter Mord vorgeworfen. Weitere Anklagen betreffen illegale wirtschaftliche Aktivitäten, Terrorismus und dessen Finanzierung, Gründung krimineller und bewaffneter Gruppen sowie illegale Waffen- und Sprengstofflagerung. Auch das Überqueren der aserbaidschanischen Grenze ohne Genehmigung und Handlungen, die die Luftsicherheit gefährden, gehören zu den Vorwürfen.