Japan forciert Export seiner Atom-Technologie
Baku, den 2. November (AZERTAG). Die Havarie des AKW Fukushima hat die Welt erschüttert, und ihre Folgen sind weit stärker als angenommen. Japans Regierung geht trotzdem auf Werbetour für die eigene Atom-Technologie. In den vergangenen Tagen traf sich Staatschef Noda unter anderem mit Vertretern aus Vietnam und Indien.
Die Havarie des AKW Fukushima hat die Welt erschüttert, und ihre Folgen sind weit stärker als angenommen. Japans Regierung geht trotzdem auf Werbetour für die eigene Atom-Technologie. In den vergangenen Tagen traf sich Staatschef Noda unter anderem mit Vertretern aus Vietnam und Indien.
Der Export von Atom-Technologie ist ein lukratives Geschäft, und er ist für Japans Regierung von zentraler strategischer Bedeutung. Entsprechend bemüht sich die Regierung darum, ihn voranzutreiben - ungeachtet der Atom-Katastrophe von Fukushima. Am 12. März 2011 um 15.36 Uhr explodierte Block 1 des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi, nachdem es durch ein verheerendes Erdbeben und einen Tsunami beschädigt worden war. Die Detonation zerriss das Dach, und eine radioaktive Wolke stieg empor. In den folgenden Tagen explodierten noch weitere Blöcke des AKW, und weitere Strahlung trat aus.
Seitdem gibt es immer neue Hiobsbotschaften aus Japan. Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass am Unglücksort weit mehr hochgiftiges Cäsium 137 austrat als erwartet. Zu Wochenbeginn gab es Meldungen, dass es in einem Reaktor erneut zur unkontrollierten Kernschmelze gekommen sein könnte.
Die japanische Regierung hat trotzdem wieder damit begonnen, verstärkt für den Export ihrer Atomtechnik zu werben. Nachdem entsprechende Verhandlungen mit Partnerländern im Frühjahr auf Eis gelegt worden waren, gehen Staatschef Yoshihiko Noda und sein Außenminister Koichiro Genba nun wieder auf Werbetour.
Japans zweitgrößte Zeitung „Asahi Shimbun“ berichtete, die Verhandlungen über ein Abkommen zur zivilen Nutzung von Atomkraft mit Indien seien wieder aufgenommen worden. Das Abkommen gilt als Voraussetzung für entsprechende Technologieexporte. Bis zum Jahresende will Noda persönlich nach Indien reisen.