Keine Überlebenden nach Flugzeugabsturz im Osten Russlands
Baku, 24. Juli, AZERTAC
Rettungskräfte haben in Russlands Fernem Osten nach einem Passagierflugzeug gesucht und ein brennendes Wrack gefunden. Die Maschine, eine Antonow An-24, sei auf dem Weg von Blagoweschtschensk nach Tynda im Amurgebiet an der Grenze zu China gewesen, als sie unweit des Zielortes vom Radar verschwunden sei, teilte der Zivilschutz russischen Nachrichtenagenturen zufolge mit.
Das Flugzeug sei abgestürzt, hieß es weiter. An Bord befanden sich nach Angaben von Gouverneur Wassili Orlow 49 Personen. Unter den Passagieren sollen auch Kinder gewesen sein.
15 Kilometer vom Ziel entfernt - Die Maschine war beim zweiten Anflug auf Tynda, als das Signal verschwand, wie die Behörden mitteilten. Zuvor habe die Crew aber keine Probleme mit dem Flugzeug gemeldet.
Die aus einem Rettungshubschrauber aufgenommenen Bilder von der Unglücksstelle lassen das Schlimmste vermuten. Das brennende Wrack liegt mitten in der Taiga, die Trümmerteile sind weit voneinander entfernt. Spuren von Überlebenden gibt es nicht. Die Rettungsarbeiten wurden durch die dort vorherrschende Moor- und Taigalandschaft erschwert. Die Gegend ist nur sehr dünn besiedelt.
Der Hubschrauber konnte nicht landen. Um Gewissheit über das Schicksal der Insassen zu erlangen, müssen sich die Bergungstrupps daher zu Fuß zum Absturzort durchschlagen.
Die Antonow An-24 ist eines der ältesten noch betriebenen Passagierflugzeuge weltweit. Ihre Serienproduktion begann Anfang der Sechzigerjahre. 1979 stellte die Sowjetunion die Produktion ein. Die Unglücksmaschine selbst war Medienberichten zufolge knapp 50 Jahre alt. Obwohl sie offiziell für flugtauglich erklärt und mit einer Lizenz bis 2036 ausgestattet war, mehrten sich in den vergangenen Jahren die Warnzeichen.
Seit 2018 hat die russische Flugaufsichtsbehörde Rosawijazija offiziell vier sicherheitsrelevante Vorfälle mit dem Flugzeug festgestellt. In dem Jahr rutschte die An-24 in der sibirischen Großstadt Irkutsk nahe dem Baikalsee über die Rollbahn hinaus und stieß gegen einen Lichtmast. Dabei wurde die linke Tragfläche beschädigt. Menschen kamen aber nicht zu Schaden.
2022 gab es während eines Flugs eine gefährliche Annäherung an eine andere Maschine im Luftraum. Im selben Jahr musste die An-24 kurz nach dem Start umkehren, weil der Generator versagte. Im März 2025 wiederum bat die Crew kurz nach dem Start um die Rückkehrerlaubnis, weil eine Funkanlage an Bord ausgefallen war.
Beim Absturz eines Passagierflugzeugs im Osten Russlands sind nach offiziellen Angaben alle Insassen ums Leben gekommen. „Der Bodentrupp des Katastrophenschutzes untersucht den Absturzort des Flugzeugs vom Typ An-24 und führt die Sucharbeiten fort“, heißt es in einer Mitteilung der Behörde. Überlebende gebe es vorläufigen Informationen nach nicht.