Kulturelle Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Deutschland sind auf einem hohen Nivau
Baku, den 10. Dezember (AZERTAG). Die Kulturbeziehungen zwischen Aserbaidschan und Deutschland gehen auf den Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Im Westen Aserbaidschans erinnern zahlreiche Baudenkmäler daran, dass sich ab 1819 schwäbische Siedler im Südkaukasus niedergelassen hatten. In Baku steht noch eine evangelische Kirche, die von einem deutschen Architekten gebaut wurde. In Göy Göl, dem ehemaligen Helenendorf, existieren noch viele ursprüngliche Schwabengehöfte und eine Kirche, die von der Bundesregierung mit erheblichem Kostenaufwand restauriert und 2008 an die Stadtverwaltung übergeben wurde. Eine weitere deutsche Kirche steht derzeit noch unrestauriert in Shämkir (ehem. Annenfeld).
Das Deutschlandbild ist positiv. Seit 1995 gibt es ein bilaterales Kulturabkommen. 2008 hat Aserbaidschan sein erstes Kulturjahr im Ausland veranstaltet und dafür Deutschland ausgewählt.
Im Jahr 2009 führte die deutsche Botschaft Baku "Deutschlandwochen in Aserbaidschan" durch, die Ausstellungen (Architektur, Kunst, Fotos, Bücher), Konzerte und Filmvorführungen, Symposien und Konferenzen umfassten.
Eine wichtige Säule der Kulturarbeit ist der deutsch-aserbaidschanische Kulturverein, der das Begegnungszentrum „Kapellhaus“ in Baku betreibt. In dem mit Spenden restaurierten historischen Gebäude finden das ganze Jahr über zahlreiche Kulturveranstaltungen statt.
Das Interesse am Erlernen der deutschen Sprache ist weiterhin hoch. Deutsch ist nach Russisch und Englisch die wichtigste Fremdsprache und wird an zahlreichen Schulen und mehreren Universitäten gelehrt. In Baku bestehen drei PASCH-Schulen, in denen der Deutschunterricht vom Goethe-Institut bzw. von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) gefördert wird.
Die Eröffnung eines Goethe-Instituts ist mittelfristig nicht geplant, aber bereits 1998 wurde ein deutscher Lesesaal mit rund 8.000 Medien an der Bakuer Fremdsprachenuniversität eingerichtet. Im Februar 2009 hat das Sprachlernzentrum (SLZ) Aserbaidschan seinen Unterrichtsbetrieb in Baku aufgenommen und am 9. Dezember 2011 feierte die Eröffnung seiner neuen Räume. Das SLZ ist Kooperationspartner des Goethe-Instituts und bietet Deutschunterricht für Erwachsene und Jugendliche an.
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) vergibt jährlich zahlreiche Stipendien und fördert den Wissenschaftleraustausch. Es besteht u.a. eine Hochschulpartnerschaft zwischen der Fachhochschule Köln und der Technischen Universität Baku sowie der Universität Bonn und der Akademie der Wissenschaften in Aserbaidschan.
Ein DAAD-Lektor fördert die Verbesserung der Qualität des Deutschunterrichts. Das Goethe-Institut gewährt regelmäßig Bücher- und Ausrüstungsspenden an aserbaidschanische Hochschulen. Das Interesse an der deutschen Sprache ist aber weit größer als die deutschen Förderungsmöglichkeiten.
Zwischen Ludwigshafen und Sumgayit besteht eine Städtepartnerschaft.