Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Lewis Hamilton und Fernando Alonso philosophieren über selbstfahrende Autos

Lewis Hamilton und Fernando Alonso philosophieren über selbstfahrende Autos

Baku, 9. Juni, AZERTAC

Lewis Hamilton und Fernando Alonso philosophieren über selbstfahrende Autos und die Auswirkungen auf den Sport - Seitenhieb auf die Formel E

21 Mal in diesem Jahr beweisen Lewis Hamilton, Sebastian Vettel, Fernando Alonso und Co. Sonntag für Sonntag ihr fahrerisches Talent. Es wirkt epochal und heroisch, wenn sie mit ihren starken Rennboliden durch die engen Gassen von Monaco huschen oder den schnellsten Weg durch die Nacht in Singapur suchen. Obwohl die Formel 1 die selbsternannte Königsklasse im Motorsport ist und die neuesten Technologien einsetzt, kommt eines nicht in Frage: selbstfahrende Autos.

Dieser Trend geistert seit mehreren Jahren in der Automobilbranche umher, nicht nur Technologieriese Google lässt kleine Roboterautos im Silicon Valley herumfahren, mittlerweile sind auch viele deutsche Konzerngrößen in das Geschäft eingestiegen. In der Formel 1, wo der Fahrer immer noch zum Helden stilisiert wird, der über Sieg oder Niederlage entscheiden kann, ist diese Technologie unvorstellbar. Dies lässt sich auch aus der Reaktion zweier Weltmeister ablesen: Sowohl Fernando Alonso als auch Lewis Hamilton können der Idee eines fahrerlosen Wagens nicht viel abgewinnen.

Hamilton, der in seinem Silberpfeil erst vor zwei Wochen in Monaco auf der wohl anspruchsvollsten Fahrerstrecke gewinnen konnte, gibt zwar zu, dass er Technologie grundsätzlich liebe, jedoch erklärt er im Google-Talk bei 'ZeitgeistMinds': "Ich weiß nicht...Auf der einen Seite ist es für manche Leute sicher von Vorteil, wenn man Privatsphäre haben oder, während man unterwegs ist, arbeiten möchte. Ich mag es lieber, immer die Kontrolle über alles zu haben", gibt der dreifache Weltmeister zu.

Hamilton: "Würde mir solch ein Auto nicht kaufen" - Trotzdem weiß er aus eigener Erfahrung: "Wenn ich in Großbritannien bin, fahre ich selbst nicht viel auf der Straße. Ich bin auch ein wirklich guter Passagier, ich schlafe die meiste Zeit. Ich mag es auch nicht, lange Strecken zu fahren. Es ist sicher schick", meint der Mercedes-Pilot. Er wendet trotzdem ein: "Ich werde mir ziemlich sicher kein solches Auto kaufen. Ich hoffe stark, dass das in meiner Lebenszeit nicht mehr kommen wird."

In diesem Zusammenhang kommt Hamilton auch auf die Formel E zu sprechen: "Ich bin da eher altmodisch gestrickt, ich mag die Motoren und den Geruch des Benzins. Diese Elektroautos haben das alles nicht. Ich mag lieber diesen wuchtigen Sound, den wir jetzt auch nicht mehr haben leider, aber es ist noch immer besser als gar keiner." Der Daimlerkonzern selbst hat mit dem Mercedes F015 im Vorjahr einen Prototypen entwickelt. Das futuristische Model wurde im Januar 2015 auf der IT-Messe CES in Las Vegas präsentiert. Aber auch VW, Audi oder BMW arbeiten in dieser Nische.

Auch Hamiltons Fahrerkollege Fernando Alonso kann sich die Umsetzung solch einer Technologie nur schwer vorstellen - zumindest im Sport. Einen anderen Weg bestreitet die bereits genannte Formel E. Ab der dritten Saison (2016/2017) wird im Rahmenprogramm der Elektroserie das "Roborace" stattfinden, die erste autonom fahrende Rennserie. Vollblut-Racer Alonso kann sich das in der Formel 1 nicht vorstellen: "Ich hoffe nicht, dass das wirklich kommt. Das kann im Wettbewerb doch nicht umgesetzt werden. Wenn das passieren sollte, ist es das Ende des Sports."

Alonso: "Hilft beim Einparken" - Er sieht anderswo Vorteile: "Für öffentliche Verkehrsmittel ist es eine gute Sache. Die Technologie ist so weit vorangeschritten, dass Kotrollsysteme und Autopiloten auch funktionieren. Und normalerweise gibt es damit auch keine Probleme, deswegen ist es auch sicherer. Aber für den Wettbewerb macht es keinen Sinn. Es ist aber gut zum Einparken", schmunzelt der Spanier.

Würde er seinen McLaren-Honda jemals einem Roboter überlassen? "Das müsste McLaren erlauben. Aber ich glaube nicht, dass es ohne Feingefühl klappen würde, auf höchstem Level einen Wettbewerb auszuüben. Wir fahren manchmal auch antrainiert, fast automatisch und aus dem Gedächtnis", gibt der 34-Jährige zu.

Jedoch: "Es gibt auch immer äußere Einflüsse, die schwer zu kontrollieren sind: Windrichtungen, Windgeschwindigkeit, kleine Unregelmäßigkeiten im Asphalt - das sind alles Kleinigkeiten, auf die wir uns in Millisekunde einstellen müssen. Das wäre eine große Herausforderung für einen Roboter", glaubt Alonso, der die Komponente Mensch im Zusammenspiel der Formel 1 für wichtig erachtet.

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