Magen-OP hilft gegen Fettleibigkeit und Diabetes
Baku, den 30. April (AZERTAG). Bei extremem Übergewicht kommt das Skalpell jedoch nicht oft genug zum Einsatz. Dabei hilft die OP sogar bei Diabetes.
Die Methode klingt einfach: Das Magenvolumen wird verkleinert, die Übergewichtigen essen weniger - und nehmen dauerhaft ab. Nebeneffekt: Bei vielen verschwindet mit der Operation auch der Diabetes.
Während der Abnehmeffekt als erwiesen gilt, warnen Ärzte vor zu großen Hoffnungen bei der Zuckerkrankheit. Es fehlen Langzeitergebnisse. Der Mechanismus der „Spontanheilung“ ist nicht genau geklärt, sie klappt nur beim durch Übergewicht begünstigten Diabetes 2, und auch da nicht bei allen Patienten.
Einigkeit herrscht bei Chirurgen, Internisten und Diabetologen: Bei extrem Übergewichtigen ist die OP eine teils lebensrettende Chance. Sie stecken in einem Teufelskreis, aus dem eine Diät allein nicht mehr herausführt: immer weniger Bewegung und soziale Kontakte, dafür immer mehr Fernsehen und Computer - und: Essen.
Anders als das Fettabsaugen beim Schönheitschirurgen, das gegen Übergewicht nicht hilft, greift die Methode auch in den Stoffwechsel ein. Rund 300 000 Dicke wurden weltweit nach Schätzungen operiert. Die drei Methoden: das Magenband, der Magenbypass, bei dem nur ein Minimagen in Funktion bleibt, und der Schlauchmagen, bei dem das Organ zum Schlauch verschlankt wird.
Diabetologen und Internisten sind bei mäßigem Übergewicht und bei Diabetes skeptisch. Vor einem breiteren Einsatz sollten klinische Studien abgewartet werden wie sie bei der Zulassung von Medikamenten üblich sind. Die Nebenwirkungen seien nicht ganz geklärt.
Anders als die Chirurgen warnt er vor möglichem Mangel bei Vitamin B und D - wichtig für die Knochen. Teils gebe es eine erhöhte Selbstmordrate. Und während Frauen nach einigen Studien seltener Krebs bekamen, ergaben andere Studien erhöhte Darmkrebszahlen. Und so wie der Diabetes verschwand, taucht er oft nach einigen Jahren wieder auf. Das zeigt nur: Es ist noch vieles unbekannt.