Minenopfer Aserbaidschans in „sprechenden Fotos“: Ein Aufruf zur Gerechtigkeit aus Nürnberg
Baku, 28. September, AZERTAC
Am 27. September hat im Zentrum von Nürnberg, innerhalb der historischen Stadtmauern und an einem der von Touristen meistbesuchten Orte, eine Freiluft-Fotoausstellung zum Thema „Minenopfer in Aserbaidschan“ stattgefunden.
Wie AZERTAC berichtet, wurde die Ausstellung im Rahmen des Projekts „Der Kulminationspunkt der Gefahr“ organisiert, das vom öffentlichen Verein Fotoclub „Gilavar“ mit Unterstützung der Agentur für staatliche Unterstützung von NGOs der Republik Aserbaidschan durchgeführt wird. Der lokale Partner der NGO in diesem Projekt war das Baku-Nürnberg Kultur- und Bildungszentrum.
Der Vorsitzende des Fotoclubs „Gilavar“ Raschad Mehdiyev erklärte, dass die Ausstellung gerade am Tag des Gedenkens an die gefallenen Soldaten in Nürnberg veranstaltet wird, was eine symbolische Bedeutung hat: „Nach dem Zweiten Weltkrieg, in den Jahren 1945-1946, fand in dieser Stadt der internationale Prozess gegen die nationalsozialistischen Führer statt. Daher hat die Stadt Nürnberg, in der Kriegsverbrecher verurteilt und Gerechtigkeit hergestellt wurde, einen besonderen Platz in der Geschichte des internationalen Rechts. Wir glauben, dass auch die militärischen und politischen Führer Armeniens, die während der Besatzung von Aserbaidschan über 1 Million Landminen verlegt haben, für diese Kriegsverbrechen zur Rechenschaft gezogen werden. Aus diesem Grund sprechen wir am Gedenktag aus Nürnberg an die Welt.“
Auf den Fotos der Ausstellung finden sich Aufrufe von den Minenopfern an die Besucher. Ein solches Foto zeigt Perviz Najafov, ein Minenopfer, das im Straßenbau arbeitete. Auf seinem Foto steht der folgende Text: „Ich baute Straßen, um Menschen zu verbinden, nicht um sie zu trennen wie die Minen. Eine Explosion kostete mir mein Auge und mein Bein, eine weitere verletzte die Helfer, die kamen, um mich zu retten. Wie oft kann Hoffnung am gleichen Ort zerstört werden?“
Ein weiteres Foto zeigt Khazar Babaschov, ein weiteres Minenopfer. Auf seinem Foto steht die Frage: „Bin ich schuldig? Ja oder Nein? Schreiben Sie Ihre Antwort auf das Papier unter dem Bild. Ich werde auf Ihre Antwort warten. Ich war Fahrer und versuchte, Menschen sicher von einem Ort zum anderen zu bringen. Ich machte einen Schritt aus dem Auto, und eine Explosion folgte. Und mein Leben zerbrach für immer. Ich frage mich noch immer: Wenn ich nicht auf den Boden gefallen wäre, wäre das dann passiert? Sagen Sie mir, bin ich schuldig? Vielleicht wird Ihre Antwort endlich die Fragen beantworten, die mich quälen.“
Die Besucher waren von den Fotos und den menschlichen Schicksalen, die sie erzählten, tief erschüttert.
Es sei angemerkt, dass diese Ausstellung die Fortsetzung der Eröffnung der Ausstellung in München am 26. September war, die auf dem Karlsplatz im Zentrum der Stadt stattfand.
In der Ausstellung wurden mehr als 20 Fotos von Minenopfern sowie ihre persönlichen Geschichten gezeigt. Jedes Foto stellt nicht nur ein individuelles Ereignis dar, sondern auch die humanitäre Tragödie, die ein ganzes Volk betrifft. Für jedes Foto gab es einen QR-Code, der den Besuchern zusätzliche Informationen über die jeweiligen Minenopfer gab.
Der Fotoclub „Gilavar“ plant, diese Ausstellung auch in anderen europäischen Ländern organisieren.