Neue Coronavariante breitet sich weltweit aus
Baku, 13. Juni, AZERTAC
Eine neue Coronavariante ist global auf dem Vormarsch, spielt in Deutschland bislang aber noch keine größere Rolle. Die Variante NB.1.8.1 wurde erstmals im Januar dieses Jahres nachgewiesen und wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als ”Variante unter Beobachtung” eingestuft. In Teilen Asiens hat sich die Variante bereits durchgesetzt.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurde NB.1.8.1 Ende März erstmals in Deutschland nachgewiesen und seitdem bisher nur sporadisch. “Ein Trend lässt sich hier nicht ableiten, aktuell sind die Covid-Fallzahlen gering und es wird entsprechend weniger sequenziert”, heißt es.
In der jüngsten Meldewoche (bis 8. Juni) wurden dem RKI 698 Coronafälle gemeldet. Auf niedrigerem Niveau deute sich bei Sars-CoV-2 aber ein leichter Anstieg an, heißt es im aktuellen Wochenbericht. Viele Infektionen dürften unentdeckt bleiben, da wenig getestet wird, wie AZERTAC unter Berufung auf Spiegel berichtete.
Ende Mai dominant in China - In der Überwachung des Abwassers auf dem Infektionsradar des Bundes ließ sich in den vergangenen vier Wochen ebenfalls ein leichter Anstieg der Sars-CoV-2-Last im Abwasser erkennen, ebenfalls auf niedrigem Niveau.
Dem Biophysiker Richard Neher von der Universität Basel zufolge stammt NB.1.8.1 vom Erregerstamm XDV.1.5 ab, einer in Fernost dominanten Form des Erregers. Nach Angaben der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf das Nationale Amt für Krankheitskontrolle und Prävention war NB.1.8.1 Ende Mai in China die dominierende Variante.
“Die Variante nimmt verglichen mit anderen Varianten an Häufigkeit zu”, hält Neher fest. NB.1.8.1 sei also ansteckender in dem Sinne, dass eine Infektion mehr Folgeinfektionen produziere als andere Varianten.
Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe gibt es in China laut Behördenangaben nicht. Dies deckt sich mit der Einschätzung der WHO. Trotz einer Zunahme an Fällen und Krankenhauseinlieferungen in Ländern, wo NB.1.8.1 verbreitet sei, gebe es bislang keine Anzeichen dafür, dass die Variante schwerere Erkrankungen auslöse als andere zirkulierende Varianten, heißt es von der Organisation. Es sei zu erwarten, dass die derzeit zugelassenen Covid-19-Impfstoffe auch bei NB.1.8.1 vor schweren Krankheitsverläufen schützen.