Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Präsident Ilham Aliyev gibt Interview für Usbekische Nationale Nachrichtenagentur

Baku, 21. August, AZERTAC

Der Präsident der Republik Aserbaidschan, Ilham Aliyev, hat der Usbekischen Nationalen Nachrichtenagentur (UzA) ein Interview gegeben.

– Sehr geehrter Herr Präsident, die Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Usbekistan haben sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt und das höchste Niveau der Beziehungen auf Bündnisebene erreicht haben. Wie bewerten Sie angesichts Ihres bevorstehenden Staatsbesuchs in Usbekistan den aktuellen Stand der bilateralen Beziehungen und ihre Entwicklungsperspektiven?

– Die Beziehungen zwischen den beiden Bruderländern Aserbaidschan und Usbekistan beruhen auf einer gemeinsamen Geschichte, Kultur, Sprache und gemeinsamen geistigen Werten sowie auf der Einheit, Solidarität und der tiefen gegenseitigen Verbundenheit unserer Völker, die über Jahrhunderte hinweg gewachsen ist und von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Die auf diesem soliden Fundament aufgebauten zwischenstaatlichen Beziehungen haben in den vergangenen Jahren eine beispiellose Entwicklungsphase erreicht, die höchste Stufe – die Bündnisebene – erklommen und völlig neue Inhalte erhalten.

Die aufrichtige Freundschaft, der gegenseitige Respekt und das Vertrauen, die zwischen mir und dem Präsidenten der Republik Usbekistan, meinem lieben Bruder, dem hochverehrten Schawkat Miromonowitsch Mirsijojew, bestehen, spielen eine besondere Rolle bei der Festigung der aserbaidschanisch-usbekischen Brüderlichkeit, bei der Anhebung der zwischenstaatlichen Beziehungen auf ihr heutiges Niveau und bei der Weiterentwicklung unseres Bündnisses. Die unermüdlichen und entschlossenen Bemühungen von Präsident Mirsijojew im Interesse der Brüderlichkeit, Einheit und des Bündnisses zwischen unseren Ländern haben ihm in Aserbaidschan tiefen Respekt und große Sympathie eingebracht.

Wie ich bereits erwähnt habe, befindet sich der politische Dialog zwischen unseren Staaten auf einem sehr hohen Niveau. Zweifellos haben die in den vergangenen fünf Jahren regelmäßig erfolgten 15 gegenseitigen Besuche auf höchster Ebene sowie unsere engen Kontakte günstige Voraussetzungen für die dynamische Entwicklung und Festigung dieser Beziehungen geschaffen.

Dies ist mein dritter Staatsbesuch und insgesamt mein siebter Besuch im Bruderland innerhalb der vergangenen fünf Jahre. Ich freue mich stets sehr, das schöne und einzigartige Usbekistan zu besuchen, und jeder Besuch ist für mich von besonderer Bedeutung. Traditionell finden diese Besuche in einer Atmosphäre außergewöhnlicher Gastfreundschaft, Brüderlichkeit, Aufrichtigkeit und gegenseitigen Verständnisses statt. Was mich bei meinen Besuchen im Bruderland Usbekistan besonders erfreut, ist die rasante Entwicklung des Landes in allen Bereichen in den vergangenen Jahren. Die Errichtung moderner Städte, die Diversifizierung der Wirtschaft, die Umsetzung groß angelegter Infrastrukturprojekte sowie die Aufmerksamkeit, die Wissenschaft, Bildung, Kultur und Sport gewidmet wird, verdeutlichen das hohe Entwicklungstempo des Landes.

Die unter der weisen Führung des usbekischen Staatsoberhaupts, meines lieben Bruders, des hochverehrten Schawkat Miromonowitsch Mirziyoyev, konsequent umgesetzten umfangreichen Maßnahmen zur umfassenden Entwicklung und zum Fortschritt des Landes, zur kontinuierlichen Stärkung seines internationalen Ansehens sowie zur Erzielung bedeutender Erfolge in allen wichtigen Bereichen erfüllen mit aufrichtigem Respekt und tiefer Genugtuung. All dies ist das Ergebnis der wohlüberlegten Politik, der strategischen Vision und der Liebe des Präsidenten zu seinem Vaterland sowie einer effektiven staatlichen Verwaltung.

Im August 2024 stattete ich Usbekistan einen Staatsbesuch ab, während der Präsident Usbekistans im Juli 2025 zu einem Staatsbesuch nach Aserbaidschan kam. Die bei diesen gegenseitigen Staatsbesuchen unterzeichneten zahlreichen Dokumente, insbesondere die „Erklärung über die Vertiefung der strategischen Partnerschaft“ und der „Vertrag über die Bündnisbeziehungen“, haben das natürliche Bündnis zwischen unseren beiden unabhängigen, starken und souveränen Staaten offiziell gefestigt. Diese Dokumente haben die rechtlichen und politischen Grundlagen der Beziehungen zwischen unseren Ländern weiter gestärkt und neue Möglichkeiten für die künftige Entwicklung unserer Zusammenarbeit eröffnet.

Darüber hinaus hat sich der im August 2023 gegründete Hohe Zwischenstaatliche Rat zu einem wichtigen institutionellen Mechanismus für die Vertiefung der strategischen Partnerschaft und der Bündnisbeziehungen zwischen Aserbaidschan und Usbekistan entwickelt. Diese Plattform dient dazu, langfristige Prioritäten der Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern festzulegen, neue Initiativen voranzutreiben und die gegenseitige Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen wirksam zu koordinieren. Die bereits in Taschkent und Baku abgehaltenen zwei Sitzungen des Rates haben das hohe Entwicklungstempo der aserbaidschanisch-usbekischen Beziehungen, die Kontinuität des politischen Dialogs und den auf die Zukunft ausgerichteten gemeinsamen Handlungswillen unserer Länder unter Beweis gestellt.

Heute werden unsere politischen Beziehungen durch umfangreiche Kooperationsmaßnahmen in den Bereichen Wirtschaft, Investitionen, Industrie, Verkehr, Logistik, Energie, Landwirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Kultur und im humanitären Bereich weiter bereichert. Die umgesetzten Projekte verbinden nicht nur das wirtschaftliche Potenzial unserer Länder, sondern stärken auch die freundschaftlichen und brüderlichen Bande zwischen unseren Völkern weiter.

Ich bin überzeugt, dass auch der bevorstehende Besuch von großer Bedeutung für die weitere Ausweitung der umfassenden Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern, die Umsetzung neuer gemeinsamer Initiativen und die Festigung unserer Bündnisbeziehungen sein wird.

– Die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit ist einer der wichtigen Bereiche der Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Usbekistan. Was können Sie über die in diesem Bereich erzielten Erfolge sagen?

– Unsere wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit weist in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklungsdynamik auf. Der Handelsumsatz zwischen Aserbaidschan und Usbekistan hat sich 2025 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht und belief sich auf 795 Millionen US-Dollar. Das ist ein hervorragender Wert. Darüber hinaus stieg der Handelsumsatz in den ersten fünf Monaten 2026 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 33 Prozent auf 144 Millionen US-Dollar.

Vor drei Jahren mit einem Gesamtkapital von 500 Millionen US-Dollar gegründete Aserbaidschanisch-Usbekische Investitionsgesellschaft hat sich zu einer wichtigen Plattform für die Entwicklung der Zusammenarbeit im Investitionsbereich zwischen unseren Ländern entwickelt. Das Unternehmen leistet sowohl in Aserbaidschan als auch in Usbekistan einen bedeutenden Beitrag zur Finanzierung und Umsetzung aussichtsreicher Projekte in verschiedenen Wirtschaftssektoren.

Darüber hinaus spielt die Zwischenstaatliche Kommission eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Beziehungen in den Bereichen Wirtschaft, Handel, Investitionen und weiteren Bereichen. Bis heute hat die Kommission 15 Sitzungen abgehalten. Bei der jüngsten Sitzung, die vor Kurzem in Taschkent stattfand, wurden der aktuelle Stand der wirtschaftlichen und handelspolitischen Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und Usbekistan, die erzielten Erfolge sowie die künftigen Entwicklungsrichtungen eingehend erörtert.

Auch die Zusammenarbeit im Energiesektor entwickelt sich aktiv. Das auf Grundlage des usbekischen Instituts O'ZLITINEFTGAZ und des Unternehmens „SOCAR NIPI Neftegas“ gegründete Gemeinschaftsunternehmen „Neftegaztexnologiya“ ist seit 2016 erfolgreich im Öl- und Gassektor tätig. Darüber hinaus ist das 2024 gegründete Gemeinschaftsunternehmen „Turan Energy AFEZCO“ von SOCAR und der Aktiengesellschaft „Uzbekneftegas“ im Export von vom Produktionsverband „Azerikimya“ hergestelltem Hochdruckpolyethylen nach Usbekistan tätig.

Auch unsere Zusammenarbeit im Bereich der grünen Energie wird fortgesetzt. 2025 gründeten die zuständigen Energiebehörden Aserbaidschans, Kasachstans und Usbekistans in Baku die Gesellschaft mit beschränkter Haftung „Green Corridor Alliance“. Dieses Gemeinschaftsunternehmen wurde gegründet, um die Umsetzung des Projekts eines aserbaidschanisch-zentralasiatischen Korridors für grüne Energie, den Export erneuerbarer Energie sowie die Möglichkeiten ihrer Übertragung durch ein unter dem Kaspischen Meer verlaufendes Kabel zu koordinieren.

Zwischen unseren beiden Ländern ist ein Anstieg des Transitverkehrs zu verzeichnen. 2025 nahm das Transportvolumen um 6,7 Prozent zu und erreichte 1,4 Millionen Tonnen. Auch in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurde ein Wachstum von 12,2 Prozent verzeichnet; das Transportvolumen belief sich auf 675.000 Tonnen.

Eine Reihe gemeinsam mit der usbekischen Seite umgesetzter Projekte leistet einen bedeutenden Beitrag zur weiteren Ausweitung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern und zur Schaffung neuer Entwicklungsmöglichkeiten. Besonders hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang die Anlage eines 100 Hektar großen Granatapfelgartens im befreiten Rayon Füsuli, der den Namen „Garten der Freundschaft“ trägt, sowie die Zusammenarbeit bei der Produktion von Fahrzeugen der Marken „Chevrolet“ und „Isuzu“. Zur Veranschaulichung kann ich sagen, dass bis zum 13. Juli 2026 insgesamt 10.720 Fahrzeuge der Marke „Chevrolet“ und 275 Busse der Marke „Isuzu“ produziert wurden.

Derzeit sind in unserem Land mehr als 130 Unternehmen mit usbekischer Kapitalbeteiligung registriert, die erfolgreich in verschiedenen Wirtschaftssektoren, darunter Industrie, Landwirtschaft, Bauwesen, Verkehr und Dienstleistungen, tätig sind. Die Tätigkeit usbekischer Unternehmen in Aserbaidschan ist ein Ausdruck des gegenseitigen Vertrauens zwischen unseren Ländern, des günstigen Investitionsklimas und der starken wirtschaftlichen Partnerschaft.

Die wirtschaftlichen Möglichkeiten Aserbaidschans und Usbekistans ergänzen einander und eröffnen weitreichende Perspektiven für die Schaffung neuer Kooperationsformate. Wir unterstützen eine aktivere Präsenz aserbaidschanischer Unternehmen in Usbekistan und usbekischer Unternehmen in Aserbaidschan sowie eine Zunahme gemeinsamer Produktions- und Investitionsprojekte.

Auch Aserbaidschan setzt Investitionsprojekte in Usbekistan um. Zu diesen Projekten gehören der von „PASHA Holding“ unter der Marke „The Ritz-Carlton“ in Taschkent errichtete Hotel- und Wohnkomplex sowie der große Tourismus- und Wohnkomplex „Sea Breeze Uzbekistan“ im Gebiet Taschkent.

Ich bin überzeugt, dass sich unsere auf gegenseitigem Nutzen beruhende wirtschaftliche Partnerschaft auch künftig erfolgreich entwickeln, durch neue Initiativen bereichert werden und als eine der wichtigen Säulen der aserbaidschanisch-usbekischen Bündnisbeziehungen dem Wohlergehen unserer Völker dienen wird.

– Welche Rolle spielt Ihrer Ansicht nach die Kulturdiplomatie bei der Festigung der zwischenstaatlichen Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Usbekistan?

– Die kulturelle und humanitäre Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und Usbekistan, die auf gemeinsamen Wurzeln, sprachlicher und kultureller Nähe sowie über Jahrhunderte gewachsenen geistigen Werten beruht, ist ein unverzichtbarer und wichtiger Bereich unserer Beziehungen. Die in diesem Bereich umgesetzte Zusammenarbeit leistet einen großen Beitrag zur Festigung des gegenseitigen Verständnisses, des Vertrauens, der Freundschaft und der brüderlichen Beziehungen zwischen unseren Völkern und verleiht den humanitären Kontakten neue Inhalte.

Dank der gemeinsamen Bemühungen unserer Völker und der gemeinsamen Unterstützung unserer Staaten haben sich die kulturellen und humanitären Beziehungen in den vergangenen Jahren erfolgreich entwickelt. Gemeinsam veranstaltete Kulturtage, Kunstfestivals, wissenschaftliche Konferenzen, literarische Veröffentlichungen und Bildungsprogramme spielen eine besondere Rolle bei der Festigung der kulturellen und humanitären Agenda zwischen unseren beiden Ländern.

2023 und 2025 war Aserbaidschan Gastgeber der Kulturtage Usbekistans, während 2024 die Kulturtage Aserbaidschans in Usbekistan stattfanden. Im selben Jahr wurden in der Stadt Chiwa die „Schuscha-Tage“ veranstaltet. Eine hochrangig besetzte Delegation aus Usbekistan nahm in Baku an der Woche der türkischen Welt teil, die dem 100. Jahrestag des Ersten Turkologischen Kongresses gewidmet war.

Wir sind stolz darauf, dass eine der ältesten und angesehensten Hochschulen unseres Bruderlandes, die Nationale Pädagogische Universität Usbekistans, den Namen des großen aserbaidschanischen Dichters und Denkers Nizami Ganjavi trägt.

Der „Usbekistan-Park“, dessen Grundstein mein lieber Bruder, Präsident Schawkat Miromonowitsch, und ich im vergangenen Jahr im Zentrum Bakus gelegt haben und der sich auf einer Fläche von fünf Hektar erstreckt, wird zu einem weiteren Symbol unserer Brüderlichkeit werden.

Die von der Heydar-Aliyev-Stiftung umgesetzten Initiativen und Projekte sind für die Ausweitung der kulturellen und humanitären Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern von großer Bedeutung.

Die Zusammenarbeit im Bildungsbereich ist einer der führenden Bereiche der kulturell-humanitären Partnerschaft zwischen Aserbaidschan und Usbekistan. Im Studienjahr 2025/2026 studierten 67 usbekische Staatsbürger in Aserbaidschan und 176 aserbaidschanische Staatsbürger in Usbekistan.

Die nach einer Initiative Usbekistans errichtete und in der Stadt Füsuli betriebene Mittelschule namens Mirza Ulugbek ist eines der herausragendsten Beispiele der Zusammenarbeit im Bildungsbereich und ein weiterer Ausdruck der brüderlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern. Für diese noble Initiative sowie für die Unterstützung der Wiederaufbau- und Bauarbeiten in unseren befreiten Gebieten sprechen wir dem gesamten usbekischen Volk und persönlich Präsident Schawkat Mirsijojew unseren aufrichtigen Dank aus.

Darüber hinaus hat die Zusammenarbeit im Mediensektor wichtige Ergebnisse hervorgebracht. Vom 23. bis 25. September 2024 fand in Taschkent das 1. Usbekisch-Aserbaidschanische Medienforum statt, am 29. September 2025 wurde in Baku das 2. Aserbaidschanisch-Usbekische Medienforum veranstaltet. Als Fortsetzung dieser Arbeit wurde vom 17. bis 22. August 2026 eine Medienreise für aserbaidschanische Medienvertreter nach Usbekistan organisiert. Dies stellte einen weiteren wichtigen Schritt zur Festigung der Zusammenarbeit zwischen unseren Medieninstitutionen und zur Ausweitung des gegenseitigen Informationsaustauschs dar.

2023 wurde in Füsuli das 1. Aserbaidschanisch-Usbekische Forum für die Zusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen und 2024 in Taschkent das 2. Usbekisch-Aserbaidschanische Forum für die Zusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen veranstaltet. Als praktisches Ergebnis dieser Foren haben die beiden Bruderländer 2026 erstmals gemeinsam einen Förderwettbewerb für Nichtregierungsorganisationen ausgeschrieben. Auf Grundlage der Ergebnisse dieses Wettbewerbs werden die Siegerprojekte aus Aserbaidschan in Usbekistan und die Siegerprojekte aus Usbekistan in Aserbaidschan umgesetzt.

Bei den touristischen Reisen aus Usbekistan nach Aserbaidschan ist ein Anstieg zu verzeichnen. Unser Land wurde 2024 von 46.000, 2025 von 62.000 und in den ersten acht Monaten 2026 von 44.000 usbekischen Staatsbürgern besucht.

Besonders hervorzuheben ist die erfolgreiche Entwicklung der interregionalen Zusammenarbeit. Zwischen Baku und Taschkent, Ismayilli und Rischtan, Schuscha und Chiwa, Länkäran und Buchara, Scheki und Kokand, Bilasuvar und Termiz, Mingachevir und Namangan, Füsuli und Gulistan, Guba und Dschissach sowie Beylagan und Schahrisabs wurden Städtepartnerschaften und partnerschaftliche Beziehungen etabliert. In naher Zukunft ist die Aufnahme einer Städtepartnerschaft zwischen Nachtschiwan und Urgentsch geplant.

Die Städtepartnerschaftsinitiativen zwischen Aserbaidschan und Usbekistan sind heute von besonderer Bedeutung und stellen eine wichtige Plattform für die Zusammenarbeit dar, die unsere Völker einander noch näherbringt, die gemeinsamen historischen, kulturellen und geistigen Werte bewahrt und Freundschaft und gegenseitiges Vertrauen zwischen künftigen Generationen stärkt.

Somit ist die kulturelle und humanitäre Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und Usbekistan nicht nur ein wichtiger Bereich der bilateralen Beziehungen, sondern zugleich eine auf die Zukunft ausgerichtete strategische humanitäre Brücke, die unsere gemeinsamen Werte, unser reiches kulturelles Erbe und die brüderlichen Bande zwischen unseren Völkern bewahrt.

– Sehr geehrter Herr Präsident, Aserbaidschan und Usbekistan arbeiten auch auf internationalen Plattformen eng zusammen. Wie bewerten Sie diese Zusammenarbeit im Rahmen der Organisation der Turkstaaten (OTS), und wie beurteilen Sie die Perspektiven für die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und den zentralasiatischen Ländern?

– Die gemeinsamen Bemühungen unserer Länder bei der Lösung wichtiger Fragen sowohl im bilateralen als auch im multilateralen Format verdienen höchste Anerkennung. Es erfüllt uns mit Stolz, dass die beiden Bruderländer Aserbaidschan und Usbekistan einander in allen Fragen stets unterstützen.

Die Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und Usbekistan im Rahmen der Organisation der Turkstaaten ist von besonderer Bedeutung. Im vergangenen Jahr fand in Gabala der 12. Gipfel des Rates der Staatsoberhäupter der Organisation der Turkstaaten (OTS) statt. Dabei wurden wichtige Fragen der Zusammenarbeit im Rahmen der Organisation erörtert und Erklärungen unterzeichnet, die darauf abzielen, die OTS zu stärken, für eine engere Einheit in der türkischen Welt zu sorgen, ihre politische, wirtschaftliche und militärische Stärke zu erhöhen und sie zu einem Zentrum von Einfluss und Macht auf der globalen Bühne zu entwickeln.

Aserbaidschan und Usbekistan betrachten die OTS nicht nur als Plattform für zwischenstaatliche Zusammenarbeit, sondern auch als eine wichtige Gemeinschaft, die unsere gemeinsame Geschichte, Kultur und geistigen Werte in die Zukunft trägt.

Der Beitrag Aserbaidschans und Usbekistans zur Entwicklung des politischen Dialogs, der Wirtschaftsbeziehungen, der Verkehrs- und Logistikmöglichkeiten sowie der Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur und im humanitären Bereich innerhalb der OTS trägt dazu bei, die Integration zwischen den Turkstaaten weiter zu vertiefen.

Unsere Zusammenarbeit, insbesondere unser Zusammenwirken im Verkehrs- und Logistikbereich, bietet große Perspektiven. Die Position Aserbaidschans im Südkaukasus und Usbekistans in Zentralasien macht unsere Länder zu natürlichen Partnern auf wichtigen strategischen Routen, die Ost und West miteinander verbinden. In diesem Zusammenhang wird die Integration des China-Kirgisistan-Usbekistan-Eisenbahnprojekts in den Mittleren Korridor und TRIPP neue wirtschaftliche und Transitmöglichkeiten für die gesamte Region schaffen.

Die von Aserbaidschan und Usbekistan ergriffenen Initiativen zum Schutz und zur Förderung des gemeinsamen türkischen Erbes sind für die Weitergabe dieses großen geistigen Erbes an künftige Generationen von unschätzbarer Bedeutung.

Unsere Länder messen auch der Zusammenarbeit im Rahmen anderer türkischer Organisationen große Bedeutung bei. Die Aufnahme Usbekistans als Vollmitglied in die Stiftung für türkische Kultur und Erbe im Mai 2025 war ein bedeutendes und sehr erfreuliches Ereignis. Der Beitritt Usbekistans, das über ein reiches historisches Erbe, alte Staatstraditionen und einzigartige kulturelle Werte verfügt, zu dieser Stiftung wird die Möglichkeiten der Zusammenarbeit beim Schutz und bei der Förderung des gemeinsamen Erbes der türkischen Welt erheblich erweitern.

Somit wird die aktive Zusammenarbeit unserer Länder im Rahmen der OTS sowie anderer türkischer Organisationen auch weiterhin zur engeren Integration der türkischen Welt und zur Festigung ihrer gemeinsamen Position auf der internationalen Bühne beitragen.

Was die Beziehungen Aserbaidschans zu den zentralasiatischen Ländern betrifft, so ist festzustellen, dass sich diese Beziehungen in den vergangenen Jahren auf der Grundlage von Bündnistreue, strategischer Partnerschaft und gegenseitig vorteilhafter Zusammenarbeit dynamisch entwickelt haben. Historische und kulturelle Nähe sowie gemeinsame geistige Werte bilden wichtige und solide Grundlagen für die bestehenden Beziehungen zwischen Aserbaidschan und den Staaten Zentralasiens.

Aserbaidschan misst der Ausweitung des politischen Dialogs mit den zentralasiatischen Ländern, der Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen, dem Ausbau der Verkehrs- und Kommunikationsmöglichkeiten sowie der Entwicklung der Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Humanitäres besondere Bedeutung bei. In diesem Zusammenhang sind die Konsultativen Treffen der Staatsoberhäupter Zentralasiens eine der sehr wichtigen und einflussreichen Plattformen für die Entwicklung der regionalen Zusammenarbeit, die Koordinierung des Zusammenwirkens und die Erörterung gemeinsamer Initiativen.

Im November vergangenen Jahres wurde bei dem 7. Konsultativen Treffen der Staatsoberhäupter Zentralasiens, das unter dem Vorsitz Usbekistans in Taschkent stattfand, beschlossen, der Republik Aserbaidschan die vollwertige Teilnahme an den Konsultativen Treffen der Staatsoberhäupter Zentralasiens zu ermöglichen. Für die Unterstützung, die sie in diesem Prozess geleistet haben, möchte ich dem Präsidenten der Republik Usbekistan sowie den anderen Staatsoberhäuptern Zentralasiens erneut meinen aufrichtigen Dank aussprechen.

Durch die aktive Einbindung Aserbaidschans in diesen Prozess hat sich das zuvor als „C5“ bezeichnete Kooperationsformat faktisch zu einem „C6“-Format entwickelt, während der regionale Dialog und die strategische Partnerschaft neue Inhalte und eine neue Dimension erhalten haben.

Die vollwertige Teilnahme Aserbaidschans an diesem Format unterstreicht die strategische Bedeutung, die unser Land seinen Beziehungen zu Zentralasien beimisst. Die im Rahmen der Konsultativen Treffen geführten Diskussionen ermöglichen es, das gegenseitige Vertrauen zwischen den Ländern der Region weiter zu stärken, neue Kooperationsbereiche zu bestimmen und wichtige Initiativen für die regionale Entwicklung umzusetzen.

Darüber hinaus ist die Teilnahme Aserbaidschans an diesem Format ein Ausdruck des Beitrags unseres Landes zur Festigung der interregionalen Zusammenarbeit. Die im Rahmen dieser Plattform geschaffenen Dialog- und Kooperationsmechanismen dienen nicht nur der Entwicklung der zwischenstaatlichen Beziehungen, sondern auch der Gewährleistung von Frieden, Stabilität und nachhaltigem Fortschritt im eurasischen Raum.

Somit ist die umfassende Zusammenarbeit, die sich zwischen Aserbaidschan und den zentralasiatischen Ländern herausgebildet hat, ein Beispiel für eine strategische Partnerschaft, die auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen und gemeinsamen Interessen beruht.

Aserbaidschan und Usbekistan arbeiten zudem in allen internationalen Organisationen und multilateralen Plattformen, denen sie als Mitglieder bzw. Teilnehmer angehören, insbesondere im Rahmen der Vereinten Nationen, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, der Organisation der Turkstaaten, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit, der Bewegung der Blockfreien Staaten und anderer Formate erfolgreich zusammen.

– Sehr geehrter Herr Präsident, ich danke Ihnen für dieses interessante und inhaltsreiche Interview. Was möchten Sie dem Brudervolk anlässlich Ihres bevorstehenden Staatsbesuchs in Usbekistan wünschen?

– Ich möchte diese schöne Gelegenheit nutzen, um dem usbekischen Brudervolk zum bevorstehenden 35. Jahrestag der staatlichen Unabhängigkeit des Landes von ganzem Herzen zu gratulieren, meinen tiefen Respekt und meine herzlichsten Wünsche zu übermitteln und ihm Frieden, Wohlergehen, Fortschritt und immer neue Erfolge zu wünschen.

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