Rahil Mammadov: Stärkung der aserbaidschanisch-schwedischen Beziehungen bildet Grundlage meiner Aktivitäten
Stockholm, 16. August, AZERTAC
Die Das schwedische Studierenden- und Alumni-Netzwerk Aserbaidschan (Sweden Students & Alumni Network Azerbaijan – SSANA) hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der größten Plattformen für aserbaidschanische Studierende und Absolventen schwedischer Universitäten entwickelt. Die Organisation unterstützt neu ankommende Studierende, realisiert Bildungs- und Kulturprojekte und trägt zur Vertiefung der Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Schweden bei.
SSANA-Mitbegründer Rahil Mammadov begann seine berufliche Laufbahn in Aserbaidschan. Nach seinem Abschluss an der Akademie für öffentliche Verwaltung beim Präsidenten der Republik Aserbaidschan arbeitete er zunächst als Unternehmensjurist bei „Baku Electronics“ und später bei der internationalen Anwaltskanzlei „GRATA International“.
Um seine akademischen Kenntnisse zu vertiefen und Erfahrungen in einem internationalen, innovationsorientierten Umfeld zu sammeln, setzte Mammadov seine Ausbildung in Schweden fort. Er erhielt ein Stipendium des Schwedischen Instituts, das damals als „Visby“-Stipendium bekannt war, und absolvierte einen Masterstudiengang für Europäisches Wirtschaftsrecht an der Universität Lund. Damit wurde er zum ersten aserbaidschanischen Staatsbürger, der dieses Stipendium erhielt und in diesen Masterstudiengang aufgenommen wurde.
Während seines Studiums beschäftigte er sich intensiv mit europäischem Wirtschafts- und Wettbewerbsrecht sowie mit den rechtlichen Grundlagen des EU-Binnenmarktes. Seine Masterarbeit widmete er Preisalgorithmen im Kontext des europäischen Wettbewerbsrechts. Darüber hinaus verfasste er wissenschaftliche Beiträge zur Fusionskontrolle bei Online-Plattformen in der Europäischen Union und zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt der EU.
Neben seinem Studium engagierte sich Mammadov aktiv im schwedischen Studentenleben. Unter anderem war er Vizepräsident für Seminare und Konferenzen der Lund-Filiale der European Law Students’ Association (ELSA) und engagierte sich in der Law Society (Juridiska Föreningen). Gleichzeitig setzte er seine Arbeit an der von ihm und aserbaidschanischen Juristen gegründeten Rechtsplattform LAWELS fort, die analytische Beiträge, wissenschaftliche Artikel und Fachkommentare zu verschiedenen Rechtsgebieten veröffentlicht.
Nach seinem Studium spezialisierte sich Mammadov auf Steuerrecht und die Digitalisierung der Steuerverwaltung. Er trat dem in Göteborg ansässigen Unternehmen Pagero bei, das später Teil von Thomson Reuters wurde. Heute ist er dort als leitender Spezialist für indirekte Steuern und die Digitalisierung des Steuerwesens tätig. Seine berufliche Tätigkeit in Schweden ermöglichte ihm, wertvolle Erfahrungen in einem internationalen Geschäftsumfeld zu sammeln und moderne Ansätze in den Bereichen Technologie, Management und internationale Zusammenarbeit kennenzulernen.
Die Gründung von SSANA verfolgte das Ziel, in Schweden lebende aserbaidschanische Studierende und Absolventen zusammenzubringen und zugleich einen Beitrag zur Entwicklung der Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Schweden zu leisten. Die Organisation führt inzwischen Projekte in den Bereichen Bildung, berufliche Entwicklung und kulturelle Zusammenarbeit durch.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung junger Menschen, die ihr Studium in Schweden aufnehmen. SSANA organisiert Treffen und Veranstaltungen in verschiedenen Städten, erleichtert die Integration neuer Studierender und schafft Möglichkeiten zum Aufbau eines starken Netzwerks. Zudem arbeitet die Organisation eng mit der Botschaft Aserbaidschans in Schweden zusammen.
Mammadov initiierte auch das erste Treffen von Absolventen schwedischer Universitäten in Baku, das am 30. April 2021 stattfand. Bei seinem ersten Treffen mit dem damaligen aserbaidschanischen Botschafter in Schweden, Zaur Ahmadov, wurden gemeinsame Initiativen sowie Möglichkeiten zur stärkeren Einbindung von Studierenden und jungen Fachkräften in die akademischen, kulturellen und beruflichen Beziehungen zwischen beiden Ländern erörtert.
Auch heute unterstützt Mammadov Studierende und junge Fachkräfte, die in Schweden studieren oder eine berufliche Laufbahn aufbauen möchten. Bei Informationsveranstaltungen informiert er über Stipendienprogramme, den schwedischen Arbeitsmarkt sowie Möglichkeiten für eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis und teilt seine persönlichen Erfahrungen.
Für Mammadov ist Bildung ein kontinuierlicher Prozess. Nach seinem Masterabschluss im Europäischen Wirtschaftsrecht entschied er sich für ein zweites Masterstudium im Europäischen und Internationalen Steuerrecht an der Wirtschaftshochschule der Universität Lund. Angesichts des ständigen Wandels von Recht, Technologie und staatlicher Regulierung sei lebenslanges Lernen von besonderer Bedeutung.
Auch Reisen spielen eine wichtige Rolle in seinem Leben. Bis heute hat Mammadov 40 Länder und 158 Städte besucht. Für ihn bedeutet das Reisen nicht nur, neue Orte kennenzulernen, sondern auch unterschiedliche Kulturen und Gesellschaften besser zu verstehen und Erfahrungen mit Menschen aus verschiedenen Ländern zu sammeln.
Im Mittelpunkt seiner beruflichen und gesellschaftlichen Aktivitäten steht nach eigenen Worten der Wunsch, Brücken zu bauen – zwischen Aserbaidschan und Schweden, zwischen Studierenden und neuen beruflichen Möglichkeiten sowie zwischen juristischem Wissen und praktischer Geschäftstätigkeit. Sein Ziel sei es, die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu stärken, neue Perspektiven für junge Menschen zu schaffen und persönliche Entwicklung mit einem Beitrag zum Gemeinwohl zu verbinden.