Schwere Überflutungen im Süden von Myanmar: 14.000 Menschen vertrieben
Baku, 10. Oktober, AZERTAC
Extremer Monsunregen hat in Teilen Myanmars zu schweren Überschwemmungen geführt. In manchen Regionen steht das Wasser aktuell meterhoch. Besonders schlimm ist die Situation in der Region Bago im Süden des Landes, wo mehr als 14.000 Menschen durch die Wassermassen aus ihren Häusern vertrieben wurden.
Der Bahnverkehr zwischen den größten Städten des Landes sei aktuell unterbrochen, berichtete das staatliche Fernsehen am Dienstag. Betroffene baten auf sozialen Medien dringend um Hilfe. Vor allem Kleider und Lebensmittel würden benötigt, hieß es.
“Die Überschwemmungen haben am Samstag nach drei Tagen pausenlosen Regens begonnen“, sagte Nway Nway, eine Einwohnerin der Stadt Bago, der Deutschen Presse-Agentur. “Das Wasser steht sehr hoch, die Situation ist schlimm. Einige hier haben alles verloren“, erzählte die 21-Jährige.
Retter kämen derzeit nur mit Booten zu den betroffenen Gebieten durch, sagte ein anderer Bewohner, Myo Min. “Um diese Jahreszeit gibt es oft Überschwemmungen, aber dieses Mal ist es viel schlimmer.“ Die Menschen seien darauf nicht vorbereitet gewesen.
Ein Einsatzleiter in Bago sagte der Nachrichtenagentur AP, sie hätten es an einigen Orten mit einem Wasserstand von 2,3 Metern zu tun. Anwohner berichten zudem, das Wasser steige weiterhin. Todesfälle wurden bislang keine gemeldet.
Angriff auf Flüchtlingslager im Norden des Landes - Während die Menschen im Süden gegen die Wassermassen kämpfen, ist es am Montagabend im Norden des Landes zu einem Angriff auf ein Vertriebenenlager gekommen. Mehrere Dutzend Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein, knapp die Hälfte seien Kinder. Zudem seien fast 60 Personen verletzt worden.
Was genau geschehen ist und wer den Angriff zu verantworten hat, ist bislang nicht klar. Die Rebellengruppe, die die Region kontrolliert, gibt der Militärjunta des Landes die Schuld. Diese weist die Vorwürfe zurück.