Simbabwe wählt zum ersten Mal neuen Präsidenten
Baku, 24. Juni, AZERTAC
Am Montag wählt Simbabwe zum ersten Mal nach dem Sturz des Langzeitherrschers Robert Mugabe ein neues Parlament und einen neuen Präsidenten. Umfragen sehen bislang einen knappen Ausgang vorher, in der Bevölkerung wachsen Anspannung und Furcht vor Manipulationen.
Wenige Tage vor dem Urnengang häufen sich nun nach Uno-Informationen Beschwerden über die Einschüchterung von Wählern. Vor allem in ländlichen Regionen würden demnach Bürger bedroht, belästigt und teilweise gezwungen, an Wahlkampfveranstaltungen teilzunehmen, berichtete eine Sprecherin des Uno-Menschenrechtsbüros. Frauen, die bei den Wahlen am 30. Juli kandidieren, würden verbal angegriffen und beleidigt.
Das Uno-Menschenrechtsbüro rief Behörden und Parteien auf, solches Verhalten zu unterbinden und dafür zu sorgen, dass alle Simbabwer furchtlos an den Wahlen teilnehmen können.
Im November 2017 hatte ein Militärputsch überraschend die Herrschaft von Langzeitpräsident Mugabe beendet. Angeführt wurden die Putschisten von Emmerson Mnangagwa, dem zuvor in Ungnade gefallenen ehemaligen Mugabe-Stellvertreter. Mnangagwa ließ sich kurze Zeit später selbst als Präsident vereidigen, nun will er sich an der Wahlurne im Amt bestätigen lassen.
Eine Umfrage des panafrikanischen Umfrageinstituts Afrobarometer prognostizierte zuletzt einen nur noch knappen Vorsprung für den Amtsinhaber. Für Mnangagwa wollten demnach 40 Prozent der Befragten stimmen. Herausforderer Nelson Chamisa erhielt 37 Prozent Zustimmung. 20 Prozent gaben an, sie würden gar nicht wählen oder seien noch unentschieden. Die Analysten gehen daher von einer Stichwahl aus.