Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Strahlung auf Mars nicht so schädlich wie Rauchen

Baku, den 10. Dezember (AZERTAG). Die Strahlenbelastung ist für Astronauten auf dem Mars nicht so hoch wie befürchtet. Das geht aus Daten hervor, die „Curiosity“ gesammelt hat. Ein längerer Aufenthalt erhöht das Krebsrisiko nur um drei Prozent.

Astronauten müssen sich vor einer zu hohen Strahlenbelastung auf dem Mars nicht fürchten. Bei einem 500 Tage dauernden Aufenthalt auf dem roten Planeten würde das Krebsrisiko nur um drei Prozent wachsen.

Damit wäre es „unvergleichlich kleiner“ als das eines Rauchers. „Rauchen erhöht zum Beispiel das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, um etwa 1500 Prozent“, teilte die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) mit.

Anlass war die Vorstellung einer gemeinsamen Studie von Wissenschaftlern der CAU, der US-Raumfahrtbehörde Nasa und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.

Forscher der Kieler Universität sammeln mit einem von ihnen entwickeltem Strahlenmonitor an Bord des Marsrovers „Curiosity“ Daten auf dem Mars. Der Rover landete am 6. August 2012 auf dem Planeten. Die Informationen von den ersten 300 Tagen auf der Marsoberfläche wurden nun ausgewertet und im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht.

Darin berechneten die Forscher die Strahlenbelastung für einen Menschen für 500 Tage. Inklusive Hin- und Rückflug liegt die Gesamtbelastung bei etwas über 0,8 Sievert für die Astronauten. Das Sievert ist die Maßeinheit für Strahlendosen und dient zur Analyse des Risikos. Die Nasa hat für Astronauten 1 Sievert als Maximum festgelegt - allerdings bezogen auf die gesamte berufliche Laufbahn.

Bessere Abschirmung für Astronauten - Nach Ansicht des Kieler Professors Robert Wimmer-Schweingruber sind die gewonnenen Daten „ein wichtiger Schritt für die Realisierung einer bemannten Marsmission“. Sie könnten helfen, Astronauten auf zukünftigen Missionen beispielsweise durch eine bessere Abschirmung des Raumschiffs oder durch eine sichere Behausung auf dem Mars zu schützen. Die Daten erlaubten jetzt auch eine Abschätzung, wie lange und wie tief im Boden etwaiges Leben auf dem Mars überleben könnte.

Die Gefahr für Raumfahrer durch kosmische Strahlung ist schon lange bekannt. Mars-Astronauten wären davon wegen des weiten Wegs zum Roten Planeten besonders betroffen.

Ein wirksamer Schutz gegen die Strahlung galt bisher als nicht machbar. So hatten einige Experten mit dem Gedanken gespielt, Raumschiffe durch riesige Blei- oder Wassertanks zu schützen. Diese in den Orbit zu heben, hätte aber Unsummen verschlungen.

Raumschiff mit Magnetfeld ausstatten - Schon in den 60er Jahren schlugen Wissenschaftler vor, Raumschiffe ähnlich wie die Erde mit einem Magnetfeld auszustatten. Ihren Berechnungen zufolge hätte dieses aber mehrere hundert Kilometer groß sein müssen, was enorme Energiemengen erfordern würde.

Forscher haben auf Basis dieser Idee mit heutigen Methoden der Nuklearphysik neue Berechnungen angestellt und sind zu dem Schluss gekommen, dass das Magnetfeld tatsächlich nur eine „Blase“ von einigen hundert Metern erzeugen müsste.

Sie bauten im Institut für höhere Technik in Lissabon einen stark verkleinerten Prototypen des Schildgenerators. Für ein Raumschiff müsste er laut Bingham mehrere hundert Kilogramm schwer sein, würde aber nur ein Drittel der Energie eines heutigen Kommunikationssatelliten verbrauchen.

Der Schutzschild würde praktisch alle Partikel abfangen, die durch Sonnenstürme entstehen, sagte Bingham. Gegen hochenergetische interstellare Strahlung wäre er dagegen nicht wirksam. Laut Bingham könnte das Raumschiff gegen diese Art der Strahlung aber etwa durch schussfestes Kevlar gesichert werden.

Die kosmische Strahlung besteht zum größten Teil aus energiereichen Protonen. Gut zehn Prozent sind sogenannte Alphateilchen, also Helium-Atomkerne. Ungefähr ein Prozent der kosmischen Strahlung sind schwerere Atomkerne. Der Ursprung dieser Teilchenstrahlung ist vielfältig.

Ein Teil stammt von der Sonne. Man spricht hier vom sogenannten Sonnenwind. Partikel mit höheren Energien stammen aus kosmischen Schockwellen oder vom Rand schwarzer Löcher. Teilchen mit noch deutlich höheren Energien werden von fernen Quasaren ausgesandt.

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