Südkoreas Ex-Präsident Yoon muss lebenslang ins Gefängnis
Baku, 19. Februar, AZERTAC
Ein Gericht in Südkorea hat den früheren Präsidenten Yoon Suk-yeol für die Ausrufung des Kriegsrechts zu lebenslanger Haft verurteilt. Das zentrale Bezirksgericht in der Hauptstadt Seoul sprach den 65-Jährigen schuldig, einen Aufstand angeführt und damit die Verfassung des Landes untergraben zu haben.
Damit setzt die Justiz einen vorläufigen Schlussstrich unter den bedeutsamsten politischen Strafprozess in der jüngeren Geschichte des Landes, das durch Yoons Vorgehen in eine schwere Staatskrise gestürzt wurde. Allerdings kann der einstige Präsident noch Berufung gegen den Richterspruch einlegen.
Im Dezember 2024 hatte Yoon das Kriegsrecht ausgerufen und eine monatelange Staatskrise ausgelöst. Der konservative Politiker und ehemalige Staatsanwalt hatte in einer Fernsehansprache angegeben, die freiheitliche Ordnung des Landes vor einer von Kommunisten und Nordkorea-Sympathisanten unterwanderten Opposition schützen zu wollen. Er legte aber keine Beweise für seine Behauptung vor, wie AZERTAC unter Berufung auf Spiegel berichtete.
Später wies Yoon Sondereinheiten des Militärs an, die Nationalversammlung in Seoul abzuriegeln. Sein Plan ging jedoch nicht auf: Nach wenigen Stunden konnten die Abgeordneten in einer hastig einberufenen Abstimmung das Kriegsrechtsdekret aufheben. Der Präsident wurde seines Amtes enthoben und angeklagt.