Tibetischer Mönch verbrennt sich selbst
Baku, den 15. August (AZERTAG). Dramatischer Schritt eines buddhistischen Mönchs: Aus Protest gegen Pekings Herrschaft über die Tibeter hat er sich im Südwesten Chinas selbst angezündet. Menschenrechtler fürchten nun ein hartes Vorgehen der Sicherheitskräfte in der Region.
Die Selbstverbrennung ereignete sich im Südwesten Chinas: Ein buddhistischer Mönch hat sich das Leben genommen, indem er sich selbst in Brand steckte. Er protestierte damit gegen die Politik der chinesischen Regierung, die Tibet seit Jahrzehnten besetzt hält.
Der 29-jährige Tsewang Norbu habe sich in Dawu in der tibetischen Präfektur Garze angezündet, berichtete die Organisation Free Tibet in einer von London aus verbreiteten Mitteilung. Er habe „Benzin getrunken, sich mit Benzin bespritzt und seine Kleidung in Brand gesetzt“. Außerdem habe er Protestparolen gerufen wie „Wir sind das tibetische Volk, wir wollen Freiheit" und „Lang lebe der Dalai Lama“.
Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua bestätigte den Selbstmord des Mönches. Sein Motiv sei unklar, hieß es. Die örtlichen Behörden hätten eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet.
„Die heutigen Nachrichten zeigen, wie verzweifelt einige Tibeter sind“, sagte Free-Tibet-Direktorin Stephanie Brigden. Sie zeigte sich sehr besorgt, was jetzt folge. Am Montag seien die Telefonverbindungen unterbrochen und Internetcafés geschlossen worden, um zu verhindern, dass die Nachricht über die Selbstverbrennung sich bis nach Tibet und in aller Welt ausbreite. „Wir haben Informationen erhalten, nach denen die Armee das Kloster (des Mönchs) umstellt hat.“
Es handelte sich um die zweite Selbstverbrennung in der Region in diesem Jahr: Im März hatte sich ein junger Mönch in der nahe gelegenen Präfektur Aba angezündet, einige Stunden später erlag er seinen Verletzungen. Die Aktion löste schwere Unruhen aus, Hunderte Menschen demonstrierten. Laut Free Tibet wurden damals von der Führung in Peking Sicherheitskräfte entsandt, Hunderte Mönche umgesiedelt, Ausgangssperren verhängt und Hausdurchsuchungen gemacht.