TRIPP bringt nicht nur Nachtschiwan, sondern auch Pakistan näher an Europa
Baku, 21. August, AZERTAC
Die Umsetzung der „Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand“ (TRIPP) könnte die Wirtschafts- und Verkehrsgeografie des Südkaukasus grundlegend verändern. Nach Einschätzung des pakistanischen Wirtschaftsexperten und Politologen Muhammad Asif Noor bietet die Route neben einer direkten Verbindung zwischen dem aserbaidschanischen Kernland und Nachtschiwan auch Pakistan neue Möglichkeiten für den Zugang zu europäischen Märkten.
TRIPP könnte eng mit dem Mittleren Korridor, der Eisenbahnstrecke Baku–Tiflis–Kars, dem internationalen Seehandelshafen Baku sowie den Verkehrsnetzen der Türkei und Zentralasiens verknüpft werden. Nachtschiwan könnte dadurch zu einem wichtigen Knotenpunkt zwischen den Ost-West- und Nord-Süd-Verkehrskorridoren werden.
Für Pakistan sieht Noor besonders großes Potenzial in der Route Pakistan–Iran–Aserbaidschan–Nachtschiwan–Türkei. Sie könnte pakistanischen Exporteuren neue Wege zu europäischen Märkten eröffnen. Denkbar seien zudem Verbindungen über Zentralasien und das Kaspische Meer.
Der Experte schlägt vor, dass Aserbaidschan, die Türkei und Pakistan gemeinsam mit Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan eine Arbeitsgruppe für Verkehr und Logistik einrichten. Pilottransporte könnten helfen, praktische Hindernisse bei Grenzübergängen, Zoll, Versicherungen und Logistik zu identifizieren und zu beseitigen.
Langfristig könne daraus ein zusammenhängender Wirtschaftsraum entstehen, der von Pakistan und Zentralasien über Aserbaidschan und die Türkei bis nach Europa reicht.