Überlebenschancen von Kindern weltweit gestiegen
Baku, den 13. September (AZERTAG). Immer mehr Kinder auf der Welt erleben ihren fünften Geburtstag, berichtet Unicef. Dennoch sterben aufgrund schlechter Bedingungen viele Säuglinge im ersten Monat. Jeder dritte Todesfall ist mangelnder Ernährung geschuldet.
Die weltweite Kindersterblichkeit ist in den vergangenen 20 Jahren um fast die Hälfte - 41 Prozent - gesunken. Am Mittwoch erklärte Unicef-Chef Anthony Lake in New York, dass im vergangenen Jahr 6,9 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag gestorben sind. 1990 waren es noch rund zwölf Millionen.
Der Gesundheitszustand der Kinder habe sich jedoch sehr ungleichmäßig verbessert, heißt es in dem Bericht des europäischen Kinderhilfswerks. Demnach fallen täglich immer noch 19.000 Jungen und Mädchen unter fünf Jahren schlechten Lebensbedingungen zum Opfer. Das höchste Risiko tragen die ärmsten Kinder und Kleinkinder.
Häufigste Todesursache sind Komplikationen während der Geburt. Zusammen wurden dadurch 23 Prozent der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren verursacht. Insgesamt sterben 40 Prozent der Säuglinge in den ersten 28 Lebenstagen. Rund drei Millionen Babys überlebten diesen Zeitraum im vergangenen Jahr nicht. 18 Prozent der unter Fünfjährigen starben an einer Lungenentzündung, 11 Prozent an Durchfallerkrankungen und 7 Prozent an Malaria. Jeder dritte Todesfall bei Kindern hängt nach Unicef-Angaben mit chronischer und akuter Unterernährung zusammen.
Kindern in Afrika und Südasien haben schlechte Chancen-Besonders schlechte Voraussetzungen haben Kinder in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara und in Südasien. Dort wurden im vergangenen Jahr 80 Prozent der Todesfälle registriert. In Sierra Leone, dem Land mit der höchsten Kindersterblichkeit, erlebten 2011 pro 1000 Lebendgeburten 185 Kinder ihren fünften Geburtstag nicht. Zum Vergleich: In Deutschland waren es drei von 1000. Im Durchschnitt werden inzwischen 51 von 1000 lebend geborenen Kindern fünf Jahre alt.
Fünf Länder kamen im vergangenen Jahr zusammen auf die Hälfte aller Todesfälle bei Kindern unter fünf: Indien mit 24 Prozent, Nigeria mit elf Prozent, die Demokratische Republik Kongo mit sieben Prozent, Pakistan mit fünf und China mit vier Prozent.
Dagegen machten einige Entwicklungsländer bedeutende Fortschritte. So drückte Laos seine Kindersterblichkeitsrate zwischen 1990 und 2011 um 72 Prozent, Liberia um 68 Prozent und Bangladesch um 67 Prozent. Aber auch reiche Staaten wie der Oman und Portugal hätten die Zahl der Todesfälle in den vergangenen 20 Jahren um zwei Drittel reduziert.