Unwetter in Europa: Drei Tote bei heftigen Regenfällen in Toskana
Baku, 3. November, AZERTAC
Schwere Unwetter mit heftigen Regenfällen haben die mittelitalienische Region Toskana in der Nacht zum Freitag heimgesucht. Mindestens drei Menschen kamen dabei ums Leben, wie der Präsident der Region, Eugenio Giani, am Morgen mitteilte. In Montemurlo ertrank demnach ein 85-jähriger Mann in seiner Wohnung, auch eine 84-jährige Frau wurde tot aufgefunden. Eine dritte Person starb italienischen Medien zufolge in der Küstenstadt Rosignano.
Besonders betroffen von dem Herbststurm war die Provinz Prato im Norden der bei Urlaubern beliebten Region. Heftige Regenfälle ließen Flüsse über die Ufer treten und führten zu Überschwemmungen. Die Kleinstadt Montemurlo mit etwa 20.000 Einwohnern registrierte einer Mitteilung zufolge innerhalb weniger Stunden 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Diese Messwerte seien beispiellos, hieß es.
„Noch nie hatten wir in so wenigen Minuten so viel Regen registriert“, schrieb auch Giani in einem Post bei X (vormals Twitter). „Was heute Nacht in der Toskana geschah, hat einen Namen: Klimawandel.“
Autos von den Fluten mitgerissen - Giani rief am frühen Freitagmorgen den Notstand für die Region aus. Die Feuerwehr rückte in dem Gebiet demnach zu mehr als tausend Einsätzen aus. Außerdem seien mehr als 40.000 Haushalte in dem Gebiet unweit von Florenz ohne Strom. Der Fluss Bisenzio trat dort über die Ufer und überschwemmte mehrere Gemeinden. Auf Videos in den sozialen Medien war zu sehen, wie im Ort Campi Bisenzio viele Autos in einer Straße von den Wassermassen mitgerissen wurden.
Teile der Autobahn A11 wurden gesperrt. Beim Bahnverkehr kam es zu erheblichen Problemen. In einigen Gegenden waren die Wassermassen so gewaltig, dass auch Krankenhäuser überschwemmt wurden. Der Zivilschutz war in der Nacht im Einsatz. Er warnte am Donnerstagabend die Menschen und rief sie dazu auf, nicht das Haus zu verlassen.
Die Feuerwehr berichtete, dass sie in der Umgebung von Florenz, Pistoia, Pisa und Prato Dutzende von Einsätzen ausgeführt habe, um Autofahrer zu retten, die in ihren Fahrzeugen in überfluteten Tunneln oder wegen umgestürzter Bäume auf der Fahrbahn festsaßen.
Die Lage in Florenz sei kritisch, teilte Bürgermeister Dario Nardelle in der Nacht auf X mit. Es wird erwartet, dass der Arno im Verlauf des Freitags seinen Hochwasserscheitel erreicht.
Betroffen von den schweren Unwettern war zudem die Region Venetien im Nordosten des Mittelmeerlandes. Ein Mensch wurde in der Provinz Belluno nördlich von Venedig vermisst. Es soll sich um einen Feuerwehrmann handeln, der nicht im Dienst war, aber bei den Vorbereitungen auf das Unwetter Sandsäcke an einem Fluss aufgestapelt hatte.
Orkantief „Ciarán“ war am Donnerstag mit Spitzenböen um die 200 Kilometer pro Stunde und heftigem Regen über Teile Westeuropas hinweggefegt. In Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Spanien kamen mindestens sieben Menschen ums Leben, mehr als eine Million Menschen waren zwischenzeitlich ohne Strom.